Volleyball

Felix Fischer hört auf, wenn es am schönsten ist

Der Fanclub „7. Mann“ hat Mittelblocker Felix Fischer ein letztes Mal offiziell verabschiedet. Der 34-Jährige arbeitet zukünftig als Fachinformatiker.

Felix Fischer beim Abschied von den Berliner Fans, die ihn besonders in ihr Herz geschlossen haben

Felix Fischer beim Abschied von den Berliner Fans, die ihn besonders in ihr Herz geschlossen haben

Foto: Bernd König / imago/Bernd König

Berlin.  "Mein Körper sagt, ich hätte noch eine Saison dranhängen können." Felix Fischer aber hat seine Antwort darauf schon vor Wochen gefunden: "Jetzt aufzuhören, ist besser, als wenn mein Körper irgendwann nicht mehr mitgemacht hätte." Aufhören, wenn es seine Entscheidung ist. Wenn es am schönsten ist. Den Termin hat er perfekt getroffen. Nach dem Gewinn des achten deutschen Meistertitels mit den BR Volleys hat der 34-jährige Volleyball-Profi seine Karriere beendet. Nach 13 Jahren im Berliner Trikot, nach 517 Spielen, nach sieben Titeln, nach fünf Trainern, nach unzähligen Siegen und viel weniger Niederlagen.

Bis auf den Haarschnitt immer der Gleiche geblieben

Am Sonntag hat ihn der Fanklub "7. Mann" im Hotel Park Inn ein letztes Mal verabschiedet nach all den Abschiedsfeier-Festspielen der vergangenen Wochen. Fanklub-Generalsekretär Günter Trotz, früher viele Jahre als Geschäftsführer beim SCC sein Wegbegleiter, lobte Fischer: "In all den Jahren hast du dich bis auf den Haarschnitt nicht verändert." Er verzieh ihm auch sein heimliches Rauchen: "Weil du immer reumütig warst, wenn ich dich erwischt habe." Das ist sowieso lange her. Je länger der Mittelblocker spielte, desto mehr achtete er auf seine Fitness und Gesundheit.

Nun wird der Übergang in die Zukunft quasi fast übergangslos sein. Fischers Leben mit seiner Frau Jenny und der gemeinsamen Tochter Mila wird anders werden, wenn er am 1. September seinen Job als Fachinformatiker antritt. Sein Chef ist, man ahnt es, Volleyball-Fan und gibt dem Zuschauerliebling die Chance, beruflich Fuß zu fassen. Viele bekannte Gesichter waren am Sonntag bei der Abschiedsveranstaltung in kurzen Filmchen zu sehen. Sein ehemaliger Mitspieler beim SCC Sebastian Prüsener sagte: "Felix, das Berufsleben macht einen Heidenspaß!" Großes Gelächter im Saal. "Wir sehen uns dann demnächst auf einem Seniorenturnier." Noch größeres Gelächter.

Platz in der Hall of Fame ist ihm sicher

"Ich muss mein neues Leben jetzt erst mal lernen", sagt Fischer, der sich vorstellen kann, später in der Nachwuchsarbeit des Vereins mitzuhelfen. Der plant gerade die Einrichtung einer Hall of Fame, in der die Nummer 6 einen Platz schon jetzt reserviert bekommt. Zu Beginn der nächsten Saison soll sein Trikot außerdem an die Decke der Max-Schmeling-Halle gezogen werden, so wie vorher nur das Textil von Jaroslav Skach und Scott Touzinsky.

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