Champions League

BR Volleys zur Gehaltsverdopplung nach Istanbul

Berlins Volleyballer treffen in der Königsklasse auf Ex-Kollege Nicolas Le Goff, den das Geld in die Türkei lockte. Erfolgreicher ist er da aber nicht.

Die Punkte von Diagonalangreifer Paul Carroll (l.) werden heute gebraucht

Die Punkte von Diagonalangreifer Paul Carroll (l.) werden heute gebraucht

Foto: Sport Moments/Basting / picture alliance / Sport Moments

Wenn alles so klappt wie die Reise an den Bosporus, dürfen die BR Volleys optimistisch sein. Trotz des Streiks in Berlin hob die Maschine der Turkish Airlines pünktlich ab. Diese Fluglinie setzt eigenes Bodenpersonal ein. Gern würde der deutsche Volleyball-Meister nun auch in der Champions League abheben. An diesem Mittwoch ist Istanbul BBSK der Gegner im Hinspiel der Top Zwölf (15.55 Uhr, Sport1+).

Die Türken sind nur Siebter in ihrer zwölf Teams umfassenden Liga. Am Wochenende verloren sie daheim gegen den Tabellenneunten Afyon Bld. Yuntas 1:3. Das ist nicht zum Fürchten, der Weg scheint geebnet für die Berliner. Istanbul ist ein gutes Los und nur knapp als Gruppendritter weitergekommen. Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand sagt, die Aufgabe sei machbar, warnt aber zugleich: "Ein Spaziergang wird es auch nicht."

Schließlich weiß er aus erster Hand, über welches finanzielle Potenzial BBSK verfügt. Als er vergangene Saison den Vertrag mit seinem Mittelblocker Nicolas Le Goff verlängern wollte, antwortete der Franzose: "Sorry, aber Istanbul bietet mir exakt das doppelte Gehalt." Also verließ er Berlin und traf bei seinem neuen Klub seine Landsleute Antonin Rouzier und Nicolas Marechal, mit denen gemeinsam er 2015 Europameister geworden war.

Besonders Stars wie Rouzier könnten sich die BR Volleys nicht leisten. Doch dafür haben sie ein über Jahre eingespieltes Gerüst mit Spielern wie Robert Kromm, Paul Carroll oder Felix Fischer, das 2015/16 Meister, Pokalsieger und CEV-Cupsieger wurde. Ziel gegen Istanbul ist deshalb der nächste Schritt in der Champions League.

Ein 2:3, also ein Punkt, wäre im Hinspiel "schon sehr gut", sagt Niroomand, ein 3:2 "natürlich besser" und ein klares 3:1 oder 3:0 "am besten". Damit im Rückspiel in der Schmeling-Halle nächsten Dienstag (19.30 Uhr) das Weiterkommen perfekt gemacht werden kann. In der Runde der Top Sechs hieße der Gegner Arkas Izmir oder Dinamo Moskau. Da ist sogar ein bisschen Träumen erlaubt – vom Final Four Ende April in Rom.

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