Volleyball-Spitzenduell

Auf die Volleys wartet ein Endspiel für das Finale

Die BR Volleys wollen endlich mal Friedrichshafen besiegen und sich Heimvorteil sichern in der wahrscheinlichen Endspielserie sichern.

Vital Heynen trainiert den VfB Friedrichshafen

Vital Heynen trainiert den VfB Friedrichshafen

Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Ulf Schiller / picture alliance / Beautiful Spo

Berlin.  Dass der VfB Friedrichshafen gern zu ungewöhnlichen Mitteln greift, um seine Heimhalle am Bodensee zu füllen, ist inzwischen hinlänglich bekannt. In der vergangenen Saison mussten die Volleyballer in pinkfarbenen Trikots auflaufen, bis sich ein Geldgeber erbarmte und das gesamte Kontingent von 3822 Plätzen für ein Spiel aufkaufte. In diesem Jahr warb Vital Heynen bereits mit einem kostenlosen Frühstück und Freibier. Für die letzte Partie der Bundesliga-Hauptrunde gegen die BR Volleys (Sonntag, 14.30 Uhr, sportdeutschland.tv) hat der VfB-Trainer noch nichts geplant. "Wir hoffen, dass wir gewinnen, das ist immer noch die sicherste Variante, Zuschauer anzulocken", sagt der Belgier.

Nach drei klaren Siegen in dieser Saison geht Friedrichshafen als Favorit in die Partie, die über das Heimrecht in den finalen Play-off-Spielen entscheidet. Den Supercup schnappten Heynens Mannen den BR Volleys vor der Nase weg, auch die Titelverteidigung des DVV-Pokals vermasselten sie ihnen, und beim Liga-Hinspiel in Berlin zog der amtierende Meister ebenfalls den Kürzeren.

Rasante Entwicklung beim VfB

Mit dieser Entwicklung des VfB hätte so kaum jemand gerechnet, auch nicht Trainer Heynen, der das Amt nach dem Rücktritt von Trainerlegende Stelian Moculescu im Vorjahr übernahm und einiges umkrempelte – vor allem den Kader, den er mit jüngeren und vermehrt deutschen Spielern bestückte. "Unser Ziel für diese Saison war es, einmal gegen die BR Volleys zu gewinnen", verrät der einstige Bundestrainer der deutschen Männer.

Das Saisonziel hat der Klub mit dem Pokalsieg bereits übertroffen, da war auch das Ausscheiden in der Gruppenphase der Champions League zu verkraften. "Eigentlich könnten sie jetzt aufhören und sagen: Das war eine erfolgreiche Saison", findet Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand. Die Spielzeit seiner eigenen Mannschaft bezeichnete er zuletzt als "beschissen". Zwei Titel haben die BR Volleys bereits verpasst, und wenn ihnen gegen den VfB nicht endlich mal ein Sieg gelingt, müssen sie auch die Meisterschaft dem ewigen Rivalen überlassen, mit dem sie sich seit 1998 die Meistertitel teilen.

Schwächen bei der Annahme

Die Partie am Sonntag wird Niroomand nicht vor Ort verfolgen, nach der 0:3-Pleite gegen Lube Civitanova am vergangenen Dienstag erholt er sich auf Mallorca. "Das grenzte an Peinlichkeit", sagte er über den Auftritt. Ohne den verletzten Steven Marshall (Bänderriss) hatten die Berliner zuletzt erhebliche Annahmeprobleme.

Personell werden sie dieses Problem auch erst einmal nicht lösen können. Vor dem Play-off-Halbfinale kehrt Marshall nicht zurück, also müssen die Volleys auch die nächste Aufgabe in der Champions League ohne den Kanadier lösen. In der Runde der letzten Zwölf treffen sie zwischen dem 14. und 16. März auswärts und am 21. März (19.30, Schmelinghalle) auf BBSK Istanbul mit ihrem ehemaligen Mittelblocker Nicolas Le Goeff. "Das hätte schlimmer kommen können", sagte Kaweh Niroomand. Vielleicht wendet sich ja jetzt das Blatt für die Berliner.

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