3:0-Sieg

Berlin Volleys lassen Netzhoppers keine Chance

Die Volleys haben sich für das anstehende Pokalfinale warmgespielt. Die Berliner ließen Bestensee beim 3:0-Sieg keine Chance.

Graham Vigrass (BR Volleys), beim Schmetterball

Graham Vigrass (BR Volleys), beim Schmetterball

Foto: imago sportfotodienst / imago/Bernd König

Das erste Huh kam noch verhalten. Die Fans der BR Volleys brauchten am Sonntag eine Weile, bis sie den isländischen Schlachtruf beherrschten und schließlich die ganze Halle im Takt mitklatschte. Auch für die Spieler ging es in der Partie gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen darum, den richtigen Rhythmus zu finden, sich einzuspielen für die große Partie am kommenden Sonntag – dann trifft Berlin im Pokalfinale auf den VfB Friedrichshafen. Gegen den Rivalen vom Bodensee haben die Volleys in dieser Saison schon zweimal verloren, in der Tabelle liegt Friedrichshafen bereits vier Punkte in Front. Um den Rückstand nicht noch größer werden zu lassen, musste gegen Königs Wusterhausen also ein Sieg her.

Doch genau wie die akustische Choreographie vor dem Anpfiff war auch das Spiel selbst ein hartes Stück Arbeit. Zwar siegten die Gastgeber am Ende glatt in drei Sätzen. Aber ganz so einfach, wie es der 3:0 (25:19, 25:20, 25:18)-Erfolg suggeriert, war die Partie nicht. Die Netzhoppers hielten im Derby gut mit, so dass die Volleys vor 5124 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle schon alles geben mussten, um den Tabellenachten zu bezwingen. Felix Fischer versuchte es zwischenzeitig sogar einmal mit einem Kopfball ins gegnerische Feld, einer im Volleyball eher seltene Variante.

Dass der Deutsche Meister derart gefordert wurde, kam Robert Kromm sogar entgegen. "So war es für uns eine optimale Generalprobe für das Pokalfinale", sagte der Außenangreifer, der von Gästecoach Mirko Culic zum besten Spieler des Abends gewählt wurde. Mit 2,12 Metern ist der Kapitän der längste Spieler im Team der Volleys und normalerweise vor allem für seine krachenden Angriffsschläge bekannt. Gegen Königs Wusterhausen ließ er seine gefühlvolle Seite durchblicken und platzierte den Ball ein ums andere Mal zentimetergenau im Feld der Gäste. "So variabel müssen wir auch gegen Friedrichshafen auftreten", sagte er nach der Partie. "Da müssen wir clever spielen und dürfen es nicht immer bloß mit der Brechstange versuchen." Anders ausgedrückt also: weniger Huh, mehr La Ola.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.