Volleyball

BR Volleys starten ohne Schwachstellen in die Rückrunde

Gegen Bühl wollen die Berliner am Sonntag die Tabellenspitze zurückerobern – und setzten dabei vor allem auf Kapitän Robert Kromm.

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin.  Allzu viele freie Tage hatten die Spieler der BR Volleys nicht über Weihnachten. Am 24. Dezember beorderte Trainer Roberto Serniotti seine Mannschaft morgens noch in die Halle, drei Tage später ging es schon wieder weiter. Außenangreifer Steven Marshall nutzte die wenige freie Zeit dennoch für einen Trip in seine Heimat Kanada. "Es war kurz aber wunderbar", sagt er.

Sebastian Kühner musste nicht so weit reisen, der 29-Jährige konnte mit seiner Familie in Berlin feiern. Der Zuspieler der BR Volleys fand die Pause sogar verhältnismäßig lang, denn während einige Konkurrenten kurz vor Jahresende noch einmal in der Bundesliga antreten mussten, hatte der amtierende Deutsche Meister zwei Wochen spielfrei. "Die Pause war schön, aber umso motivierter bin ich jetzt, wenn es wieder losgeht", sagt Kühner.

Am Sonntag gegen Bühl geht es um die Rückkehr an die Spitze

Die Konkurrenten haben den zusätzlichen Spieltag genutzt: Die United Volleys und der VfB Friedrichshafen sind in der Tabelle an den BR Volleys vorbeigezogen. Am Sonntag, (16 Uhr Max-Schmeling-Halle) wollen die Berliner die Tabellenführung zurückerobern, dann empfangen sie zum Start der Rückrunde den TV Bühl. Spieler aus sieben Nationen stehen im Kader des Tabellensechsten. Wie zu Saisonbeginn in Bühl plant Kühner mit drei Punkten. "Bühl hat gute Leute, man darf sie nicht unterschätzen, aber sie bekommen es bislang noch nicht auf die Reihe, gut zusammenzuspielen", sagt er.

Bei den BR Volleys hingegen funktionierte das Zusammenspiel in der Hinrunde nahezu tadellos. Nach dem schwachen Auftritt im Supercup, als Serniottis Team Mitte Oktober 0:3 gegen den Dauerrivalen Friedrichshafen verloren, steigerte sich die Mannschaft von Woche zu Woche, präsentierte spektakuläre Abwehraktionen und eine enorme Durchschlagskraft im Angriff mit Paul Carroll, Robert Kromm und Zugang Wouter ter Maat.

Kromm als "Volleyballer des Jahres" geehrt

Mit seinem Kapitän Kromm war Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand besonders zufrieden: "Ich habe Robert noch nie so gut gesehen wie in dieser Saison", sagt er. Die Leser des "Volleyball-Magazins" sahen das genauso und wählten den 32-Jährigen zum "Volleyballer des Jahres 2016". Es war die erste Auszeichnung dieser Art für den gebürtigen Schweriner.

Doch nur perfekt läuft es auch bei den BR Volleys nicht, das zeigte die erneute 0:3-Niederlage im letzten Heimspiel gegen den VfB Friedrichshafen, als die Berliner elf Satzbälle vergaben. Auch gegen den polnischen Klub Asseco Resovia Rzeszow gingen die BR Volleys im Dezember nach einem hochklassigen Champions-League-Spiel als Verlierer vom Platz (2:3).

Hochmotiviert ins Pokalfinale

Sebastian Kühner sieht in diesen Niederlagen aber auch durchaus etwas Positives: "Es ist gut, wenn Gegner einem mal die eigenen Schwachpunkte aufzeigen", sagt er. "Wenn man immer gewinnt, verliert man irgendwann den Fokus."

Ins neue Jahr starten die Berliner Volleyballer nun wieder konzentriert, schließlich haben sie schon Ende Januar die Möglichkeit, sich den nächsten Titel zu holen: Im DVV-Pokalfinale (29. Januar, Mannheim) heißt der Gegner wieder VfB Friedrichshafen. Und sollte es doch irgendwo kleine Schwachstellen geben, wollen die Volleys sie bis dahin ausgebessert haben.

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