Volleyball

Mechaniker mit Spätzündung bei den BR Volleys

Eigentlich war Wouter ter Maat Kfz-Mechaniker. Dann erlebte er im Volleyball einen enormen Aufstieg und landete schließlich bei den BR Volleys.

Wouter ter Maat (l.) von den BR Volleys in Aktion

Wouter ter Maat (l.) von den BR Volleys in Aktion

Foto: City-Press / picture alliance / City-Press Gb

Berlin.  Wenn man sich die Topscorer der Volleyball-Bundesliga anschaut, ist auf den ersten zwölf Positionen kein Spieler der BR Volleys zu finden. Das bedeutet aber nicht, dass der Tabellenführer in dieser Saison schlecht aufgelegt wäre, vielmehr weist die Übersicht darauf hin, dass sich das Spiel der Berliner nicht so sehr auf einzelne Akteure konzentriert. Die BR Volleys sind in der Breite stark, zum Beispiel mit Diagonalangreifer Wouter ter Maat.

Bester Punktelieferant im Pokal-Halbfinale

Im Pokal-Halbfinale gegen den TSV Herrsching war der Niederländer bester Punktlieferant der BR Volleys, schon einige Male verwies er Paul Carroll in dieser Saison auf die Bank. Seit 2011 war der Australier die unangefochtene Nummer eins in Berlin. Arpad Baroti konnte ihm in der vergangenen Saison nicht annähernd das Wasser reichen, so dass Carroll nahezu durchspielte. Nun sorgt ter Maat für Entlastung, dabei ist der 25-Jährige erst seit drei Jahren Profi-Volleyballer.

„Das war ein brutaler Lebenswechsel für mich“, verrät er. Volleyball war eigentlich nur eine Abendbeschäftigung für ter Maat. Tagsüber ging er seinem Beruf als Automechaniker nach. „Mit 16 habe ich meinen Schulabschluss nicht geschafft und dann die Ausbildung angefangen.“ Sechs Jahre lang machte er sich die Hände schmutzig, nebenbei arbeitete er sich mit seinem Heimatverein Rivo Rijssen von der fünften holländischen Liga bis in die A-League empor.

In Belgien zum wertvollsten Spieler gewählt

Dann warb ihn Landstede Volleybal ab, und ein Jahr später ging ter Maat zum VDK Gent nach Belgien, wo er auf Anhieb zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt wurde. „Jetzt stehe ich hier in Berlin, es geht so schnell mit meiner Karriere“, wundert sich ter Maat. Manchmal vermisse er seine Mechaniker-Kollegen, sinniert er, doch spätestens, als im vergangenen Jahr die Einladung zur Nationalmannschaft kam, war ihm klar, dass er sich auf dem richtigen Weg befindet. Tauschen möchte er nicht mehr. „Volleyball-Profi zu sein, ist um einiges schöner, als immer zu arbeiten.“

An das Pensum musste der Zwei-Meter-Mann sich erst gewöhnen. Die BR Volleys sind der erste Klub, bei dem er zweimal am Tag trainiert. „Das war hart am Anfang“, gibt er zu. Inzwischen hat er sich gut eingefunden und überzeugt mit seinen wuchtigen Angriffen. Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand bescheinigt ihm eine „hohe Klasse“. Die möchte ter Maat auch heute gegen Düren beweisen (16 Uhr, Schmeling-Halle). Der Tabellenvierte hat zu Saisonbeginn 3:0 gegen Friedrichshafen gewonnen. „Das wird ein hartes Spiel“, warnt ter Maat. Eine gute Gelegenheit für Volleys-Trainer Roberto Serniotti, die neue Breite zu nutzen.

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