Volleyball

Der Mann mit dem guten Heilfleisch bei den BR Volleys

Schneller als erwartet kehrt Steven Marshall ins Team der Volleys zurück. Im Pokal-Achtelfinale gegen Rhein-Main hängt viel von ihm ab.

Steven Marshall ist wieder fit

Steven Marshall ist wieder fit

Foto: Getty Images / Getty Images Sport/Getty Images

Berlin.  Es wirkte schon recht draufgängerisch, als Steven Marshall bei der Saisoneröffnungsfeier der BR Volleys behauptete, er würde kein Bundesligaspiel mit seinem neuen Team versäumen.

Zehn Tage waren es da noch bis zum Auftakt gegen den TV Bühl, zehn Wochen Pause hatte Teamarzt Oliver Miltner nach der ersten Untersuchung für das Knie des kanadischen Nationalspielers prognostiziert, der von der SVG Lüneburg nach Berlin gekommen war. Wie kann einer so naiv sein, fragte man sich, doch als der 26-Jährige exakt zehn Tage später in Bühl den Matchball für die Volleys zum 3:0 verwandelt hatte, war klar: Da kennt einer seinen Körper besser als irgendjemand sonst.

„Die Diagnose war ja nicht verkehrt“, sagt Marshall. Die Bilder zeigten ein schwerwiegendes Problem am Kreuzband. „Aber ich weiß, dass Verletzungen bei mir schneller heilen als bei anderen.“ Während seiner Zeit an der Universität in British Columbia hat er sich den Fuß gebrochen. „Zwei Wochen später habe ich wieder gespielt“, verrät er. So einen unzerbrechlichen Marshall können die BR Volleys gut brauchen, wartet doch heute im Pokal-Achtelfinale mit den United Volleys Rhein-Main ein besonders unangenehmer Gegner (19.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle).

Im vergangenen Jahr waren die Hessen ein harter Gegner

In der vergangenen Saison begegneten die Berliner der Mannschaft des ehemaligen Berliner Trainers Michael Warm erst im Pokal-Halbfinale und konnte sich nur mit größter Anstrengung in eigener Halle 3:2 durchsetzen. „Das ist ein sehr konstantes und starkes Team, wir müssen uns extrem gut vorbereiten und sehr fokussiert sein“, warnt Marshall.

Die Rüsselsheimer waren das Überraschungsteam der vergangenen Saison. Als Aufsteiger schafften sie es sowohl im Pokal als auch in der Meisterschaft bis ins Halbfinale. Dass auch in dieser Spielzeit wieder mit ihnen zu rechnen ist, zeigten sie mit einem 3:0 zum Ligaauftakt gegen die Powervolleys Düren.

„Derart klar in Düren zu gewinnen, ist schon ein Ausrufezeichen“, sagt Volleys-Kapitän Robert Kromm. Doch auch die Berliner starteten in Bühl souverän. „Das hat uns Selbstbewusstsein gegeben, nachdem der Supercup so enttäuschend verlief“, sagt Marshall. Anders als beim Supercup in der Mercedes-Benz Arena ist Marshall beim ersten Heimspiel der Saison nicht mehr Zuschauer, obwohl er in dieser Zeit sogar einen Vorteil sieht.

Marshall schirmt Kromm ab

„Die Perspektive von außen hat mir als neuem Spieler geholfen, die Dinge zu sehen, an denen wir als Team arbeiten müssen“, sagt er. Mit BR Volleys-Trainer Roberto Serniotti hatte er sich schon öfter über seine mögliche Rolle im Team unterhalten. „Von außen war es aber etwas leichter, diese auch zu sehen“, sagt Marshall.

„Das Wichtigste bei allen Spielern, die neben Robert Kromm agieren, ist, dass sie eine starke Annahme haben“, erklärt Serniotti. Da diese die Schwachstelle des 2,12 Meter großen Kapitäns ist, muss sein Nebenmann ihn für gewöhnlich etwas abschirmen.

Diese Qualität hat Marshall, der laut Serniotti ein sehr kompletter Spieler ist. Am Montag trainierte der 1,89 Meter große Außenangreifer zum ersten Mal wieder voll mit. „Ich bin extrem motiviert, vor allem gegen die United Volleys, denn die sind das einzige deutsche Team, das ich noch nicht besiegt habe“, sagt er. Mit der SVG Lüneburg ist Marshall in der vergangenen Saison gegen jedes Team der Liga mindestens ein Sieg gelungen, einzig die United Volleys blieben unerreichbar – bis jetzt.