Volleyball

Die BR Volleys baggern an ihrem vierten Titel

Männer und Frauen spielen erstmals um den Supercup. Die Berliner empfangen dabei Vizemeister Friedrichshafen. Der ist selbstbewusst.

Myrthe Schoot (l - Dresden SC), Jennifer Pettke (Allianz MTV Stuttgart) und Sebastian Kühner (Berlin Recycling Volleys) präsentieren den neuen Volleyball-Supercup

Myrthe Schoot (l - Dresden SC), Jennifer Pettke (Allianz MTV Stuttgart) und Sebastian Kühner (Berlin Recycling Volleys) präsentieren den neuen Volleyball-Supercup

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Berlin.  Sebastian Kühner blickt mit hochgezogenen Augenbrauen über seine linke Schulter. Hinter dem Zuspieler der BR Volleys füllt der Kopf von Simon Tischer beinahe vollständig die 15 Quadratmeter große Leinwand im Konferenzraum des Estrel Hotels aus.

Und als wäre es nicht schon unheimlich genug, den Kapitän des Ligakonkurrenten VfB Friedrichshafen so überlebensgroß im Nacken zu haben, lässt dieser auch noch verlauten: „Ihr habt in diesem Jahr schon drei Titel gewonnen, der Supercup passt viel besser in unseren Trophäenschrank.“

Die Videobotschaft des VfB-Zuspielers macht deutlich: Schon vor dem ersten Spiel in der Volleyball-Bundesliga (VBL) ist der Konkurrenzkampf zwischen dem Rekordmeister aus Friedrichshafen und dem Triple-Sieger aus Berlin präsent wie nie.

Trainer des Gästetetams ist Vital Heynen

Das liegt daran, dass die VBL einen zusätzlichen Wettbewerb platziert hat: den Supercup. Am 16. Oktober treffen die BR Volleys in der Mercedes-Benz Arena am Ostbahnhof auf das neue, vom ehemaligen Männer-Bundestrainer Vital Heynen angeführte Team vom Bodensee (15.30 Uhr, RBB Livestream).

Davor messen sich mit dem Dresdner SC und dem MTV Stuttgart auch bei den Frauen Deutscher Meister und Vizemeister (13 Uhr, MDR Livestream). „Wir wollten für Volleyball eine neue Präsenz schaffen“, sagt VBL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung.

Die habe man mit dem Pokalfinale in Mannheim zur Saisonmitte und mit dem Play-off um die Meisterschaft am Saisonende. „Jetzt haben wir auch ein großes Event zum Saisonbeginn“, erklärt Jung.

„Da geht eine gute Flasche Sekt rein“

7000 Zuschauer werden erwartet, wenn sich die Topteams der Liga eine Woche vor dem Saisonstart in Berlin treffen. Für die Mannschaften dient der Supercup als Standortbestimmung, die VBL will damit die Aufmerksamkeit für Volleyball erhöhen, was durch Kooperationen mit den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern bereits gelungen ist.

Auch für den Pokal selbst haben sich die Verantwortlichen einen renommierten Partner gesucht: Jene Silbermanufaktur, die auch den Champions-League-Pokal, DFB-Pokal und die Meisterschale im Fußball kreiert hat, präsentierte am Dienstag den Volleyball-Supercup, einen 45 Zentimeter hohen und 3,6 Kilogramm schweren Pokal mit einem oberen Durchmesser von 24 Zentimetern.

„Da geht eine gute Flasche Sekt rein“, freute sich Myrthe Schoot, in Rio de Janeiro Olympia-Vierte mit der niederländischen Nationalmannschaft und Libera beim Dresdner SC.

„Dass man daraus trinken kann, ist mir auch als Erstes aufgefallen“, sagte Kühner. Probehalber stemmte er das Ungetüm in die Höhe und schickte eine Botschaft zurück an Tischer: „Der ist zwar ganz schön groß, aber den bekommen wir auch noch unter, im Notfall bauen wir an.“ Das wäre auch nötig: Denn für die BR Volleys wäre der Supercup nach der Meisterschaft, dem deutschen und dem europäischen Pokal der vierte Titel innerhalb eines Jahres.