Volleyball

Doppeltes Gehalt lockt Volleys-Star Le Goff nach Istanbul

Eigentlich hatte der französische Nationalspieler einen Vertrag bis 2017. Doch nach nur einer Saison geht der 24--Jährige.

Nicolas le Goff (r.) nach der Siegerehrung zur deutschen Meisterschaft in der Schmeling-Halle, neben ihm Friedrichshafens Baptiste Geiler

Nicolas le Goff (r.) nach der Siegerehrung zur deutschen Meisterschaft in der Schmeling-Halle, neben ihm Friedrichshafens Baptiste Geiler

Foto: nph / Kurth / picture alliance / nordphoto

Berlin.  Bei seiner Ankunft in Berlin hatte Nicolas Le Goff stehende Ovationen erhalten. Als Volleyball-Europameister und Weltliga-Sieger war der französische Nationalspieler vor sieben Monaten in die Hauptstadt gekommen.

Seine Verpflichtung feierten die BR Volleys fast wie einen Titel, schließlich hatten mehrere Klubs um ihn gebuhlt. Doch die Freude währte nur eine Saison, denn nach nur sieben Monaten und drei weiteren Titeln für seine Vita wird der 24-jährige den Klub wieder verlassen. Le Goff wechselt zum türkischen Vizemeister Istanbul BBSK.

Felix Fischer bleibt dem Team erhalten

Eigentlich wäre sein Vertrag noch bis 2017 gelaufen, doch eine Ablösesumme im fünfstelligen Bereich sorgte für Einigkeit auf beiden Seiten. Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand reagierte dennoch trotzig: „Nehemia Mote ist ohnehin ein besserer Blockspieler“, sagte er.

Den mit 64 Punkten stärksten Blocker der abgelaufenen Bundesliga-Saison haben die Volleys vom TV Bühl geholt – eigentlich, damit er Tomas Kmet ersetzt, der seine Karriere beendet. Der Berliner Felix Fischer bleibt dem Team weiterhin erhalten. „Dann brauchen wir jetzt eben noch einen Dritten“, sagte Niroomand. „Der Mittelblock ist ja keine kritische Position im Volleyball.“

Vielleicht kommt aber noch der eine oder andere Abgang hinzu, momentan stecken die BR Volleys auch mit den anderen Spielern mitten in den Verhandlungen. Schon bei der Saisonabschlussfeier vor einer Woche hatte Niroomand eine Mischung aus Kampfeslust und Resignation zur Schau getragen.

BR Volleys können bei Gehältern nicht mithalten

Bei dem Wettbewerb um die Gehälter, die in der Türkei, Polen, Frankreich oder Italien geboten werden, könne sein Klub einfach nicht mithalten, klagte er. „Und das will ich auch nicht, sonst mache ich den Klub kaputt.“ In der Türkei soll Le Goff das Doppelte seines Berliner Gehaltes verdienen. Die Intention der Spieler ist verständlich.

Im Volleyball gibt es nicht viele Möglichkeiten, das große Geld zu verdienen. Sofern sich eine solche Chance auftut, lohnt es sich, diese auch zu ergreifen. Den Volleys bleibt daher nur ein anderer Weg: Sie müssen noch stärker versuchen, die Spieler durch Identifikation und gute Rahmenbedingungen an den Klub zu binden.