Volleyball

Bei den BR Volleys liegt in der Ruhe die Meister-Kraft

Wenn es eng wird, behalten die Berliner stets die Nerven. So wie beim hauchdünnen 3:2 in Friedrichshafen am Donnerstag.

Extrem fokussiert: Mittelblocker Felix Fischer

Extrem fokussiert: Mittelblocker Felix Fischer

Foto: nph / Kurth / picture alliance / nordphoto

Berlin.  So richtig wohl gefühlt hat Kaweh Niroomand sich am Donnerstagabend zunächst nicht beim VfB Friedrichshafen. Hinter dem Feld musste der Geschäftsführer der BR Volleys beim zweiten Spiel der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft Platz nehmen, dabei steht er doch viel lieber auf Höhe der Seitenlinie.

Und dann sah er auch noch einen VfB Friedrichshafen, der seine BR Volleys förmlich auseinandernahm. 13:25 stand es nach 24 Minuten. „Nach diesem ersten Satz habe ich schon nicht mehr dran geglaubt, dass wir das gewinnen“, sagte er.

Anders als ihr Manager ließen sich die Spieler von diesem ersten Satz nicht beeindrucken. Auch deshalb gewannen sie am Ende 3:2. „Es ist normal, dass man in Friedrichshafen ein bisschen länger braucht, um reinzukommen“, sagt Mittelblocker Felix Fischer. „Sie spielten weiter, als sei gar nichts passiert“, sagte Niroomand anerkennend.

Genau so gestaltete es sich beim Stand von 2:6 im Tiebreak. Sportdirektor Roko Sikiric und Niroomand blickten sich zweifelnd in die Augen, auf dem Feld blieb alles ruhig. Punkt für Punkt holten die Berliner auf, gleichzeitig stieg die Fehlerquote des VfB. „Wir machen alle Punkte, die für uns und die für die Gegner“, ärgerte sich VfB-Trainer Stelian Moculescu.

Am Sonntag können die Berliner das Triple perfekt machen

Die Gelassenheit der BR Volleys sorgte schließlich dafür, dass sie das Spiel gewannen. Es ist eine Eigenschaft, die sich die Mannschaft in dieser Saison gemeinsam erarbeitet hat. „Der CEV-Cup hat uns dabei geholfen“, sagt Fischer und erinnert an das Spiel gegen VaLePa Sastamala, als die Berliner erst durch den Golden Set ins Halbfinale einzogen.

„Solche Spiele machen dich als Team reifer“, sagt Fischer. Sechs Partien der BR Volleys gingen innerhalb der vergangenen sieben Wochen in den Tiebreak – jede hat das Team gewonnen. „Das ist eine unglaubliche mentale Stärke“, findet Niroomand.

Jetzt können die BR Volleys am Sonntag die Meisterschaft für sich entscheiden und die Saison nach dem Sieg im deutschen und europäischen Pokal mit dem Triple krönen (15 Uhr, Max-Schmeling-Halle).

Niroomand wird dann an seinem Lieblingsplatz stehen und versuchen, ganz entspannt zu bleiben. „Piano“, sagt Fischer. „Wir hatten schon zweimal die Chance, in Berlin Meister zu werden und haben es nie geschafft. Wir dürfen uns dieses Mal nicht selber so einen Druck machen.“