Volleyball

Unter Druck haben die BR Volleys die besseren Hände

Als Zuspieler ist Tsimafei Zhukouski Spielgestalter der Volleys. Das Duell mit Friedrichshafens Tischer entscheidet über die Finals.

Selfie mit Fan: Tsimafei Zhukouski

Selfie mit Fan: Tsimafei Zhukouski

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin.  – Tsimafei Zhukouski liegt in der Trainingshalle der BR Volleys, unter seinen Rücken hat er eine Massagerolle geschoben. Der 26-jährige Kroate verzieht vor Schmerz das Gesicht, während er tapfer vor und zurück rollt.

Bereits im Januar hatte der Zuspieler der BR Volleys mal mit Rückenbeschwerden zu kämpfen, im April traten sie erneut auf, und Zhukouski musste sogar ein Spiel pausieren – das möchte er während der entscheidenden Spiele um die Deutsche Meisterschaft natürlich auf jeden Fall verhindern.

Zhukouski spielt erst seit dieser Saison für die BR Volleys. Anders als die Angreifer Paul Carroll oder Kapitän Robert Kromm macht er kaum direkte Punkte, als Zuspieler hat er aber die meisten Ballkontakte und entscheidet, welcher Angreifer den Ball bekommt. Die gesamte taktische Spielgestaltung liegt in den Händen des 1,92 Meter großen Kroaten.

Dementsprechend groß ist auch sein Einfluss auf den Ausgang des zweiten Spiels der Finalserie um die Meisterschaft, das heute in Friedrichshafen stattfindet (20 Uhr, im Internet unter sportdeutschland.tv). Das erste Spiel hatten die BR Volleys 3:1 gewonnen, gelingt ihnen auch der zweite Sieg, haben sie am Sonntag in eigener Halle einen Matchball.

Zwischen Zhukouski und Tischer liegt ein ganzes Zuspieler-Leben

„In Berlin hat Zhukouski ein sehr gutes Spiel gemacht“, findet Simon Tischer. Er ist der Regisseur im Team des VfB Friedrichshafen. Seine Bedeutung für das Spiel des Rekordmeisters wurde vor allem durch sein Fehlen in der Hinrunde deutlich. Tischer musste sich damals einer Operation an der Bandscheibe unterziehen.

Seit er zurück ist, hat sich das Spiel des VfB extrem stabilisiert. Der 34-Jährige hat eine herausragende Technik, Volleys-Trainer Roberto Serniotti bezeichnete ihn jüngst als den „besten Zuspieler, gegen den wir diese Saison gespielt haben“. Durch seine schnellen Hände kann er den gegnerischen Block gut täuschen und die Bälle mit großer Präzision verteilen.

„Wenn die Annahme beim VfB läuft, ist Tischer im Vergleich mit Zhukouski der bessere Zuspieler“, behauptet Bundestrainer Vital Heynen, der beim VfB in der kommenden Saison Trainerlegende Stelian Moculescu nachfolgen wird. Dabei sieht der Belgier den Vorteil des deutschen Nationalspielers vor allem in seiner Erfahrung: „Zwischen den beiden liegen acht Jahre, das ist ein ganzes Zuspieler-Leben.“

Volleys wollen mit druckvollen Aufschlägen das Spiel von Friedrichshafen limitieren

Der deutsche Nationalspieler hat schon zweimal an den Olympischen Spielen teilgenommen, je vier Mal die Deutsche Meisterschaft und den Pokal gewonnen. 2007 gewann er mit den „Häflern“ sogar die Champions League.

Die Einschränkung, die Heynen gemacht hat, ist allerdings der Schlüssel zum Sieg für die Berliner. Wenn die Annahme nicht perfekt funktioniert, sieht Heynen nämlich Zhukouski im Vorteil: „Er ist physisch sehr stark und kann sich gut in Position bringen.“

Das hat man auch im ersten Spiel gesehen, als Friedrichshafen durch die starken Aufschläge der Berliner unter Druck geriet. „Wenn die Annahme nicht läuft, ist das ein limitierender Faktor für mein Zuspiel“, weiß auch Tischer.

Dann rücken die anderen spielerischen Elemente wie Block, Abwehr und Aufschlag in den Vordergrund, und auch da hält Heynen Zhukouski für stärker. Die Hauptaufgabe der BR Volleys wird es also am Donnerstag sein, Druck mit den Aufschlag zu auszuüben, damit Tischer seine Fertigkeiten nicht zur vollen Entfaltung bringen kann.