Volleyball

Lüneburg würde gern noch einmal nach Berlin kommen

Der Außenseiter macht es dem Favoriten schwer: Die BR Volleys haben Probleme im Meisterschafts-Halbfinale gegen Lüneburg.

Lüneburgs Nickolas Del Bianco (l.) testet die Berliner Abwehr mit Nicolas Le Goff, Tsimafei Zhukouski, Paul Carroll und Paul Lotman (v.l.)

Lüneburgs Nickolas Del Bianco (l.) testet die Berliner Abwehr mit Nicolas Le Goff, Tsimafei Zhukouski, Paul Carroll und Paul Lotman (v.l.)

Foto: Paul Zinken / dpa

BERLIN.  Beinahe wäre den Volleyballern der SVG Lüneburg im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft die Sensation gelungen. Fast hätte der Aufsteiger von 2014 die BR Volleys in eigener Halle besiegt. Am Ende musste sich die SVG aber mit einem 2:3 (220:225, 24:26, 25:23, 25:18, 12:15) gegen den amtierenden Pokal- und Europacup-Sieger abfinden. „Das war ein ganz schön anstrengendes Spiel“, sagte Volleys-Kapitän Robert Kromm am Mittwoch. „Ich liege jetzt erst einmal auf der Couch und versuche, mich zu erholen.“

Ein drittes Halbfinale fände wieder in Berlin statt

Die Fans der SVG blickten direkt nach der Partie bereits nach vorn: „Wir kommen wieder, hierher zurück“, johlten die 100 mitgereisten Anhänger auf der Tribüne der Max-Schmeling-Halle. Zu einem erneuten Duell in Berlin könnte es tatsächlich kommen, da das Halbfinale im Modus „Best of Three“ ausgetragen wird. Um noch einmal nach Berlin zu reisen, muss die SVG am Sonnabend in der Lüneburger Gellersenhalle gegen die BR Volleys gewinnen (20 Uhr, sportdeutschland.tv).

Wie das geht, hat die Mannschaft von Trainer Stefan Hübner vor gut einem Monat bewiesen, als sie den Favoriten nach einem 139-minütigen Kampf mit einer Niederlage nach Hause schickte. Gelingt Lüneburg noch einmal so ein Triumph, steigt die entscheidende Partie um den Einzug ins Finale der Deutschen Meisterschaft am Donnerstag, den 21. April in der Max-Schmeling-Halle.

Mit jedem Spiel wächst der Druck auf den Favoriten

Robert Kromm würde darauf gern verzichten: „Wenn wir am Sonnabend bereits ins Finale einziehen könnten, wäre das natürlich viel angenehmer“, sagte er. „Andernfalls wird der Druck noch einmal richtig hoch in so einem Entscheidungsspiel.“ Die Anspannung war den Berlinern bereits am Dienstag anzumerken – oder war es vielleicht die Müdigkeit nach den Reisestrapazen, die der Sieg im europäischen Pokal mit sich brachte? Pro Satz produzierten die BR Volleys im Schnitt knapp zehn Fehler. Fast 40 Prozent der 106 Lüneburger Punkte haben die BR Volleys so für ihre Gegner erzielt. „Ja, wir haben sehr abwechslungsreich gespielt“, gibt Kromm zu. „Die haben uns aber auch gut unter Druck gesetzt mit ihren Aufschlägen.“

Die kontrollierte Annahme wird in den nächsten Tagen wohl Schwerpunkt in den Trainingseinheiten von Volleys-Coach Roberto Serniotti sein, denn in der nur sieben Meter hohen Gellersenhalle sind die Ballwechsel schnell beendet, wenn die Kontrolle fehlt. Solch lange Spielzüge mit Sprüngen über die Werbebanden wie am Dienstagabend in der Max-Schmeling-Halle (16 Meter hoch) wird es in Lüneburg eher nicht geben.

Die Niedersachsen bekommen bald eine neue Halle

Das liegt auch daran, dass das Publikum in der 800 Zuschauer fassenden sogenannten Gellersenhölle sehr dicht am Spielfeldrand sitzt. „Dadurch wird das ein richtiger Hexenkessel, das ist sicherlich ein Stressfaktor für uns“, sagt Kromm.

In der übernächsten Saison will die SVG aufrüsten und eine Halle mit mindestens neun Meter Deckenhöhe und Platz für 1000 Zuschauer vorweisen, so geben es die Regulären der Bundesliga vor. Bei der Infrastruktur haben die Nordlichter also noch Nachholbedarf, sportlich ist das Team, das seit 2014 in der ersten Liga agiert, hingegen längst in der ersten Liga angekommen. Schon in der vergangenen Saison belegte Lüneburg am Ende Platz drei, gemeinsam mit Düren.

Auf lange Sicht will Lüneburg auch mal das Finale erreichen

„Irgendwann wollen wir dann auch mal Silber oder Gold holen“, sagt Bernd Schlesinger. Der Sportliche Leiter und Assistenztrainer der SVG möchte dieses Ziel aber noch nicht für diese Spielzeit avisieren. „Wir müssen auch mal die Kirche im Dorf lassen, Berlin gehört zu den besten Mannschaften Europas. das Erreichen des Halbfinales ist für uns schon sehr gut.“