Volleyball

BR Volleys rätseln über Heimstärke ihres Finalgegners

Die BR Volleys erwarten im zweiten Finale um den CEV-Cup harten Widerstand: Ugra Surgut überzeugt in Sibirien gerade international.

Nach dem Hinspiel des CEV-Cup-Finales jubelten die Berliner

Nach dem Hinspiel des CEV-Cup-Finales jubelten die Berliner

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin.  Soll niemand sagen, die BR Volleys seien nach ihrer langen Reise in Sibirien nicht angemessen empfangen worden. Um drei Uhr am Freitagmorgen und nach einem mehr als zwölf Stunden dauernden Trip warteten in Surgut mehrere Kamerateams auf die müden Volleyball-Recken, dazu eine Dame im rot-goldenen Trachtenkleid. Sie kredenzte den Gästen nach sibirischer Tradition Brot und Salz, um sie willkommen zu heißen. Das auf Facebook veröffentlichte Foto dieser Begegnung lässt allerdings vor allem eines erkennen: Die Berliner wollten nichts essen, sie sehnten nur ihren Schlaf im Hotelbett herbei. Trotzdem war es nett gemeint.

6000 Zuschauer passen in die Premier Arena

Man darf vermuten, dass es mit solcherlei Nettigkeiten vorbei ist, wenn die BR Volleys an diesem Sonnabend (15 Uhr deutscher Zeit, Laola1.tv) zum Final-Rückspiel um den CEV-Cup gegen Gazprom-Ugra Surgut antreten. Die erste Partie hatten sie in der Schmeling-Halle vor ihren eigenen, lautstarken Fans 3:2 gewonnen; nun könnten in der Premier Arena 6000 Zuschauer das russische Team unterstützen.

„Das wird ein anderes Spiel. Unser Gegner ist enorm heimstark, und unsere Mannschaft wird diesmal auch nicht von der Heim-Atmosphäre getragen“, erwartet Berlins Geschäftsführer Kaweh Niroomand.

Individuelle Klasse größer als Zusammenhalt

Wobei es mit der Heimstärke so eine Sache ist. In der russischen Superliga unterlag Ugra daheim zuletzt Zenit Kasan (0:3), Fakel Novy Urengoy (2:3) und Dinamo Moskau (2:3). Im internationalen Wettbewerb dagegen hieß es 3:1 gegen Pallavolo Lugano aus der Schweiz und gar 3:0 gegen das viel stärkere Team von Dinamo Moskau. Das in Berlin keineswegs wie eine geschlossene Mannschaft auftretende Gazprom-Ensemble, das auch mal giftige Kommentare austauschte, lebt viel von der individuellen Klasse seiner Stars Konstantin Bakun und Alexej Safonow.

Die Gäste müssen also hellwach sein und ihre Chancen nutzen, falls der Favorit mal für Momente Schwächen zeigt – wie am vergangenen Dienstag. „Ich hoffe, wir können sogar noch etwas draufpacken“, sagte Berlins Diagonalangreifer Paul Carroll optimistisch. In die gleiche Kerbe schlug Mitspieler Erik Shoji: „Am Dienstag haben wir noch nicht unseren besten Volleyball gezeigt.“ Wenn es einen Zeitpunkt gibt, dies nachzuholen, dann an diesem Sonnabend.