Volleyball

BR Volleys reisen voller Zuversicht zum Rückspiel

Die Berliner wissen jetzt, wie der CEV-Cup zu gewinnen ist. Allerdings ist der sibirische Gegner zuhause noch stärker als auswärts.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin.  Wie fühlt sich das an, Ruben Schott: Reicht das 3:2 im Final-Hinspiel um den CEV-Pokal gegen Gazprom-Ugra Surgut den BR Volleys, um zum ersten Mal eine internationale Trophäe zu gewinnen?Der Jüngste im Team macht die Sache nicht komplizierter, als sie ist. „Siege fühlen sich immer gut an“, antwortete der 21-Jährige.

Natürlich ist auch ihm bewusst: „Das ist erst die halbe Miete. Und das Rückspiel wird sicher noch einen Tick schwerer.“ Das Rückspiel findet am Sonnabend (15 Uhr, Laola1.tv/Public Viewing im Park Inn Hotel am Alexanderplatz) nach einer langen, strapaziösen Reise in Westsibirien statt.

Die Ausgangslage: Gewinnen die Berliner in Surgut, gehört der Cup für ein Jahr ihnen. Unterliegen sie 2:3, entscheidet ein goldener Satz bis 15 Punkte über den Triumph. Verlieren sie 1:3 oder 0:3, jubeln die Russen.

Schade, könnte man sagen, dass die BR Volleys daheim ihre Chancen im vierten Satz nicht nutzten, als 3:1-Sieger das Parkett zu verlassen. Aber was hat es im Halbfinale schon Dinamo Moskau genützt, mit einem 3:0 im Gepäck voller Zuversicht über den Ural geflogen zu sein? Nichts – Surgut schlug mit dem gleichen Resultat zurück und vergoldete dies im Entscheidungssatz.

Mit der Ballannahme steigen und fallen die Berliner Chancen

So kann es den Berlinern auch ergehen; Ugra Surgut soll vor heimischer Kulisse noch stärker sein als in der Schmeling-Halle gesehen. Da boten die Gäste bereits einiges. Ihren Superathleten Konstantin Bakun (26 Punkte), ihren famosen Mittelblocker Alexej Safonow (9 Blocks, mehr als alle Berliner zusammen), ihren bärenstarken Zuspieler Aleksa Brdjovic.

Doch bange machen gilt nicht und hilft auch nicht. Deshalb sagte Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand auch frohen Mutes: „Alles ist offen.“

Robert Kromm weiß sogar, wie den Russen beizukommen ist. Ihre harten Aufschläge stabiler annehmen, damit etwas der Druck aus dem Spiel genommen wird. Dadurch den Ball besser und variabler stellen können, damit sich nicht immer wieder beim Berliner Angriff eine russische Mauer als turmhoher Block entgegenstemmen kann.

„Ich denke schon, dass wir noch eine Schippe drauflegen können“, sagte der Kapitän nach dramatischen, hochklassigen 123 Minuten im Hinspiel, „aber wir müssen da auch erst mal hinkommen.“ Am Donnerstagmittag reist das Team ab, wenn alles glatt geht, landet es am Freitag um drei Uhr morgens im Land der Chanten und Mansen. Mal abwarten, wie sich das dann anfühlt.