Volleyball

BR Volleys greifen im CEV-Cup nach dem Titel

Die Berliner BR Volleys gewinnen in einem packenden Hinspiel im Finale des CEV-Cups nach fünf Sätzen. Jetzt ist der Titel nah.

Die Berlin Volleys (v.l.. Paul Lotman, Nocolas Le Goff und Paul Carroll) lieferten sich ein packendes Duell mit ZSK Gazprom-Ugra Surgut (Kostyantin Bakun/r.)

Die Berlin Volleys (v.l.. Paul Lotman, Nocolas Le Goff und Paul Carroll) lieferten sich ein packendes Duell mit ZSK Gazprom-Ugra Surgut (Kostyantin Bakun/r.)

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin.  Die BR Volleys dürfen von ihrem ersten internationalen Titel träumen. Der sechsmalige Deutsche Meister gewann das Final-Hinspiel um den CEV-Pokal nach einer dramatischen Partie vor 5853 Zuschauern in der Schmeling-Halle gegen Gazprom-Ugra Surgut mit 3:2 (28:26, 16:25, 25:17, 20:25, 15:11). Das Spiel dauerte knapp über zwei Stunden. Das Rückspiel findet am Sonnabend (15 Uhr MESZ/LaOla1.TV) in Westsibirien statt. „Wenn wir wieder so fighten wie heute“, sagte Mittelblocker Felix Fischer, „dann kommen wir auch mit dem Pokal nach Hause.“

Nicht gerade furchteinflößend war die nationale Bilanz, mit der die Gäste angereist waren. In der russischen Super League haben sie zuletzt sechs Mal in Folge verloren. Umso beeindruckender ihr „internationales“ Abschneiden: Da warfen sie im Halbfinale des CEV-Cups trotz eines 0:3 im Hinspiel ihre Landsleute von Dinamo Moskau noch aus dem Rennen - indem sie zunächst das Rückspiel 3:0 gewannen und direkt anschließend auch den „goldenen Satz“ mit 15:11. Damit standen sie genau wie ihr Kontrahent aus Berlin zum ersten Mal in einem europäischen Finale.

Anfangs liefen die Berliner ständig einem Rückstand hinterher. Die Gäste mit ihrem urgewaltigen Diagonalangreifer Konstantin Bakun schienen das Geschehen zu kontrollieren. Sie führten rasch mit 9:3, und immer, wenn die BR Volleys aufschlossen, legten sie scheinbar mühelos einen Gang zu. Das funktionierte bis zum 24:22-Vorsprung. Doch nach zwei vergebenen Satzbällen war es kurz vorbei mit der Herrlichkeit Surguts. Die Mannschaft von Trainer Roberto Serniotti, angeführt vom in diesem Durchgang herausragenden Paul Lotman und dem schließlich sehr treffsicheren Paul Carroll, nutzte dies mit dem nach 32 Minuten verwandelten dritten Satzball.

Surgut jedoch war nicht geschockt, sondern begann den zweiten Spielabschnitt wie den ersten, hielt diesmal aber sein Level. Gefördert wurde der Spaziergang für Surgut allerdings durch zunehmende Schwächen der BR Volleys. Bakun durchlöcherte weiter den Berliner Block, und Satz zwei war nach nur 24 Minuten erledigt. So unverständlich es war, dass der Ausgang des ersten Abschnitts den Hausherren nicht unmittelbar Rückenwind gegeben hatte, so erstaunlich war ihre Leistung nach dem zweiten indiskutablen Satz. Plötzlich passte alles zusammen: sichere Aufschläge, gute Blockabwehr, entschlossene Angriffe und kaum noch Fehler in der Annahme oder sonstwo. Die Gäste standen kopfschüttelnd da ob der Darbietung des deutschen Pokalsiegers. Die meiste Energie verschwendeten sie in sinnlose Diskussionen mit dem überkorrekten Schiedsrichter, der auch kleinste technische Fehler mit Punktabzug ahndete. Er tat dies allerdings bei beiden Mannschaften. Auf der anderen Seite wurde der Australier Carroll immer stärker; er beendete diesen Satz auch nach 25 Minuten mit einem Ass.

Auf diesem Niveau ging es zunächst vielversprechend weiter. Die Gastgeber legten vor, Ugra versuchte, den Rückstand in überschaubarem Abstand zu halten. Doch nach einer 5:0-Serie lag plötzlich die Mannschaft aus Sibirien 20:17 vorn. Und ließ sich diesen Vorteil nicht mehr abjagen.

Im Schlussabschnitt blieben beide Team auf Augenhöhe – bis zum 7:7. Dann brachte ein Zwischenspurt der Volleys einen 14:9-Vorsprung. Diesen ließen sie sich nicht mehr nehmen: Den vierten Matchball verwandelte Felix ­Fischer zum umjubelten Erfolg. BR Volley-Trainer Roberto Serniotti sagte: „Ich bin zufrieden. Nun haben wir auch eine Chance, den Cup zu gewinnen.“