Volleyball

Historischer Erfolg: Volleys im Finale des CEV-Pokals

Die Berliner besiegen am Sonnabend im Halbfinal-Rückspiel den neunmaligen belgischen Meister Knack Roeselare 3:0.

Die Berliner Robert Cromm (l.) und Felix Fischer jubeln

Die Berliner Robert Cromm (l.) und Felix Fischer jubeln

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Den letzten Ball schlug Paul Carroll ins lange Eck. Nach nur 76 Minuten hatten die BR Volleys im Halbfinale des CEV-Cups 3:0 (24:14, 25:21, 25:19) gegen Knack Roeselare gewonnen und zogen damit erstmals in der Vereinsgeschichte in ein europäisches Finale ein. „Ich wusste, dass wir gewinnen, aber ich dachte, dass es knapper wird“, sagte Carroll.

Was war nicht vor der Partie gerechnet worden. Das 3:2 im Hinspiel hatte vom Finaleinzug bis zum Ausscheiden alle Möglichkeiten offen gelassen. Auf Rechenspiele wie im Viertelfinale hatte der deutsche Pokalsieger nun aber augenscheinlich keine Lust mehr. Mit dem genesenen Kapitän Robert Kromm zeigten die BR Volleys vor knapp 5.000 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle eine eindrucksvolle Leistung.

Niroomand: "Gute Entwicklung der Mannschaft"

Auf das schnelle Spiel über die Mitte, mit dem die Belgier im Hinspiel überzeugt hatten, waren die Berliner gut vorbereitet. „Wir waren im Block sehr diszipliniert“, sagte Carroll. Vor allem schlug die Mannschaft von Trainer Roberto Serniotti selbst sehr gut auf, so dass Roeselare selten dazu kam, die Mitte einzusetzen. Über die Stationen 8:5, 16:8 und 21:10 erkämpften sich die Berliner den ersten Satz, was dem Team aus Westflandern zum Verhängnis wurde.

„Wenn die BR Volleys den ersten Satz gewinnen, wird es ganz schwer“, hatte Bundestrainer Vital Heynen prognostiziert. Der Belgier, der ab 2017 die Nationalmannschaft seines Heimatlandes übernimmt, kennt das bis auf vier Ausnahmen aus belgischen Spielern bestehende Team gut. Er hatte gemutmaßt, dass die junge Mannschaft von Trainer Emile Rousseaux die Berliner vor allem mit Flatteraufschlägen aus dem Konzept bringen könnte.

Berlins Annahmequote lag allerdings im ersten Satz bei 82 Prozent. Durchgang zwei und drei waren zwar etwas härter umkämpft und von langen Ballwechseln begleitet, doch die Volleys hatte sich nun in einen Rausch gespielt. „Nach dem Pokalsieg ist dieser Finaleinzug ein weiteres Zeichen für die gute Entwicklung, die die Mannschaft nimmt“, sagte Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand.

In den Endspielen wartet ein Gegner aus Sibirien

Im Finale trifft das Team auf ZSK Gazprom-Ugra Surgut. Der Tabellenvierte der Super League besiegte im russischen Derby Dinamo Moskau 3:0 (25:23, 25:20, 25:22) und entschied auch den „Golden Set“ für sich (15:11), der nötig wurde, weil Surgut das Hinspiel in Moskau 0:3 verloren hatte. Das Ausscheiden des Titelverteidigers aus Moskau, dem die beiden unter Dopingverdacht stehenden Athleten Alexander Markin und Alexei Obmotschajew angehören, ist nach dem klaren Sieg im Hinspiel kurios. „Das ist eine Überraschung“, sagte Roberto Serniotti.

Am 29. März empfangen die BR Volleys die Gäste aus Surgut, bevor sie am 2. April zum Rückspiel nach Westsibirien reisen. Der Finaleinzug hat auch Auswirkungen auf das Play-off, das ursprünglich ab dem Halbfinale im „Best of Five“-Modus gespielt werden sollte. Nun wird das Halbfinale im „Best of Three“ gespielt, erst im Finale um die Deutsche Meisterschaft kommt es zu maximal fünf Spielen.