Volleyball

BR Volleys fühlen sich bereit für den nächsten Cup

Der CEV-Pokal fehlt noch in der Sammlung der BR Volleys. Doch auf dem Weg ins Halbfinale wartet eine schwere Aufgabe.

Ans Jubeln kann man sich gewöhnen. Deshalb haben sich die BR Volleys auch im CEV-Cup noch einiges vorgenommen

Ans Jubeln kann man sich gewöhnen. Deshalb haben sich die BR Volleys auch im CEV-Cup noch einiges vorgenommen

Foto: Wuechner/Eibner-Pressefoto / picture alliance / Eibner-Presse

Berlin.  Die Begeisterung darüber, dass sie sich endlich wieder deutscher Pokalsieger nennen dürfen, ist bei den BR Volleys immer noch zu spüren. Die Trophäe haben die Berliner Volleyball-Profis nach 16 Jahren Entzugserscheinung seit Sonntag kaum aus ihren Händen gegeben; erst an diesem Donnerstag lassen sie mal kurz los. Vor dem Spiel gegen VaLePa Sastamala aus Finnland (19.30 Uhr) wird der Pokal in der Max-Schmeling-Halle den Fans präsentiert, die sich damit sogar fotografieren lassen können. Aber wie es so ist im Sport: Danach geht es schon um den nächsten Pokal. Den CEV-Cup.

1999 Dritter bei einem Turnier in Griechenland

„Nageln Sie mich nicht fest: Irgendwann haben wir da schon mal den dritten Platz belegt, bei einem Turnier in Griechenland“, erinnert sich Kaweh Niroomand eher schemenhaft, der Geschäftsführer des Vereins weiß aber: „Das war noch als SCC.“ SC Charlottenburg heißen die BR Volleys seit 2011 nicht mehr, Platz drei im CEV-Cup belegten sie 1999. Inzwischen ist die Konkurrenz in dem Wettbewerb nach mehreren Modusänderungen viel größer geworden. Nicht zuletzt, weil vier Teams, die in der Champions League knapp das Play-off verpasst haben, im CEV-Cup weitermachen dürfen. So wie die BR Volleys, die sich eigentlich in der Eliteliga zu Hause fühlen.

Dass sie dieses Viertelfinale, die sogenannte Heraussforderungsrunde, allerdings nicht einfach so mit dem Spazierstock hinter sich bringen können, mussten die Berliner schmerzlich erfahren. In Sastamala verloren sie das Hinspiel 1:3 und hätten sich selbst über ein 0:3 nicht beschweren dürfen. „Wir schätzen den Gegner jetzt anders ein als vor zwei Wochen“, gibt Kapitän Robert Kromm zu, „aber jetzt liegt der Heimvorteil auch bei uns.“ Die Finnen haben keine herausragenden Einzelkönner, sind dafür als Team sehr ausgeglichen und vor eigenem Publikum besonders giftig. Auf den gegenteiligen Effekt hofft der deutsche Pokalsieger nun in der Schmeling-Halle.

Erst drei Sätze gewinnen – und danach auch den „Golden Set“

Die Berliner wissen allerdings um die Schwere der Aufgabe – gerade wegen des jüngsten Triumphes. „Die Gefahr ist groß“, sagt Niroomand, „dass nach so einem Hoch wie dem Pokalfinale eine Abschlaffung folgt.“ Und die Herausforderung ist ja enorm: Die BR Volleys müssen zunächst 3:0 oder 3:1 gegen Sastamala siegen, um auszugleichen. Anschließend würde ein „Golden Set“ die Entscheidung bringen. Die Parole, sagt Manager Niroomand, laute: „Wir müssen 4:0 gewinnen.“

Erschwerend kommt hinzu, dass nicht nur Mittelblocker Tomas Kmet ausfällt, der bereits am vergangenen Sonnabend am Ellenbogen operiert wurde. Auch mit dem Einsatz von Francesco de Marchi ist kaum zu rechnen, der italienische Außenangreifer klagt über Knieschmerzen. Am Mittwoch sollte eine MRT-Untersuchung Aufschlüsse darüber geben, warum das so ist. Wenn man sich dann noch bewusst macht, dass Kromm, Zuspieler Tsimafei Zhukouski und Diagonalangreifer Arpad Baroti verschiedene Verletzungen kaum auskuriert haben, werden die Sorgen um so größer.

Beste Vorbereitung auf das bald anstehende Play-off

Andererseits sei es sehr motivierend, „aus dieser Lage etwas zu machen“, und Spiele auf diesem Niveau seien sowieso die beste Vorbereitung auf das Play-off um die Deutsche Meisterschaft, das bald schon ansteht, erklärt Niroomand. Außerdem ist es doch verlockend, in diesem Wettbewerb den nächsten Coup zu landen. „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“, sagt Kromm, „aber der Pokalsieg hat uns Selbstvertrauen gegeben. Es geht wieder um alles oder nichts.“

Gelingt es den BR Volleys, sich aus der schwierigen Lage zu befreien, treffen sie im Halbfinale vermutlich auf Belgiens Topteam Knack Roeselare, das sein Hinspiel bei Cai Teruel/Spanien 3:1 gewonnen hat. In der anderen Vorschlussrunde duellieren sich Dinamo Moskau und Gazprom-Ugra Surgut (beide Russland). „Zunächst mal ins Halbfinale zu kommen, wäre in jedem Fall gut für unser Renommee“, sagt Niroomand. Wenn es noch ein bisschen mehr würde, wäre die Begeisterung darüber in Berlin sicher auch nicht zu unterschätzen.