VOLLEYBALL

Ruben Schott ist für die #BRVolleys mehr als nur eine Versicherung

Ruben Schott möchte Stammspieler bei den BR Volleys werden, momentan wird er aber eher als Backup für Robert Kromm eingesetzt

Ruben Schott (rechts)  bei der Annahme  neben Libero Erik Shoji. Das Baggern ist die Paradedisziplin des 21-jährigen Berliners

Ruben Schott (rechts) bei der Annahme neben Libero Erik Shoji. Das Baggern ist die Paradedisziplin des 21-jährigen Berliners

Foto: imago sportfotodienst / imago/Sebastian Wells

BERLIN.  Ruben Schott klemmt zwei Ballwagen hintereinander, in den einen stellt er drei Wasserkästen, in den zweiten seine Trainingsutensilien sowie die Kurbel, mit der er das Netz entspannt hat. Das Sammelsurium an Materialien, das die BR Volleys für eine Trainingseinheit benötigen, schiebt der 21-Jährige durch die Flure im Sportforum Hohenschönhausen. „Ich bin der Jüngste, das ist mein Job“, sagt der Berliner.

Außerhalb des Feldes hat Schott die Verantwortung für das Netz und das Wasser, auch auf dem Feld kennt er seine Rolle: „Ich bin Auswechselspieler, klar“, sagt Schott. Seit 2013 spielt der 1,92 Meter große Außenangreifer in der Profimannschaft der BR Volleys, Trainer Mark Lebedew holte den damals 18-Jährigen aus der Talentschmiede des VC Olympia. In der vergangenen Saison verlieh ihn der Klub an den CV Mitteldeutschland, auf den die BR Volleys am heutigen Mittwoch im Ligaspiel treffen (19.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle).

Als Topscorer vom CV Mitteldeutschland zurück nach Berlin

„Das Jahr bei CV Mitteldeutschland hat mir sehr viel gebracht. Trainer Ulf Quell hat mir viel Vertrauen geschenkt“, sagt Schott. Mit 242 Punkten in 79 gespielten Sätzen war er der Topscorer des Klubs, der am Saisonende den drittletzten Tabellenplatz belegte. „Es war wichtig, dass ich Spielpraxis sammeln konnte“, sagt Schott. Gestärkt kehrte er zurück nach Berlin, wo er sich zunächst wieder mit einem Platz auf der Auswechselbank begnügen musste.

In der gesamten Hinrunde ließ Trainer Roberto Serniotti ihn lediglich 19 Punkte spielen, zwei Jahre zuvor hatte Schott unter Mark Lebedew innerhalb der gleichen Zeit ungefähr acht Sätze absolviert. „Mark hat mehr gewechselt, er kannte die Liga und die Gegner natürlich auch besser, aber ich glaube, Roberto fällt es auch ein bisschen schwerer, Spielern zu vertrauen“, sagt Schott.

Die Zuteilung auf den Außenpositionen ist bei dne BR Volleys klar geregelt

Der Italiener betont stets, dass die erst zum Saisonbeginn neu zusammengewürfelte Mannschaft ihren Rhythmus finden muss, den er ungern durch Wechsel unterbricht. Schott hat eine stabile Annahme, seine Aufgabe ist es, Robert Kromm zu entlasten. Oft rotiert er nur im Hinterfeld durch, damit der 2,12 Meter große Kapitän eine Pause bekommt und am Netz wieder für Punkte sorgen kann. Während Schott die Versicherung für Kromm gibt, fungiert Franceso De Marchi als Backup für den US-Amerikaner Paul Lotman.

Der zeigt in seiner ersten Saison in Berlin eine eher durchwachsene Leistung, an ihm kommt Schott aber schon aufgrund der zugeteilten Rollen derzeit nicht vorbei. „Ich weiß nicht, warum Roberto sich das so in den Kopf gesetzt hat, ich tausche die Seiten immer nur mit Robert und Francesco nur mit Paul“, sagt Schott. „Ein klares System steckt eigentlich nicht dahinter“, sagt Serniotti selbst.

Pause von Nationalspielern sieht Schott als Chance für sich

In den vergangenen Wochen profitierte Schott aber von dieser Regelung – Kromm, der kurz zuvor noch über die hohe Belastung geklagt hatte, zog sich im Dezember eine Bauchmuskelverletzung zu und fiel mehrere Wochen aus. Schott stand fünf Spiele fast durchgehend auf dem Feld. „Wenn es etwas Positives am Ausfall Kromms gibt, dann dass Ruben sich in der Zeit wirklich gut entwickelt hat“, sagt Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand. Nun ist Kromm zurück und Schott rückt wieder in seine Rolle als Annahmespezialist.

„Seine Stärken liegen in der zweiten Linie, aber auch in Angriff verbessert er sich“, sagt Serniotti. Während der Olympiaqualifikation in Berlin gab er Schott den Tipp, Denis Kaliberda zu beobachten. Der Nationalspieler, der nur einen Zentimeter größer ist als Schott, findet im Angriff stets intelligente Lösungen. Die Nationalmannschaft ist auch Schotts Ziel, zwei Einsätze hatte er bereits. „Dass einige Spieler nach der verpassten Olympiaquali vielleicht einen Sommer Pause machen, ist für mich die Chance, mich anzubieten“, sagt er. Das glaubt auch Serniotti: „Wenn er so weiterarbeitet, wird er seinen Weg in den Kader machen.“

Erst in Deutschland etablieren, dann im Ausland Erfahrungen sammeln

Auf die Frage, wen er sich nach dem Rücktritt Vital Heynens als Nationaltrainer wünschen würde, nennt Schott Michael Warm, den Trainer der United Volleys. „Micha kann gut mit jungen Spielern arbeiten, das sieht man in Frankfurt. Das würde mir natürlich entgegenkommen.“ Die Nationalmannschaft sieht Schott außerdem als Plattform, um international auf sich aufmerksam zu machen. „Ich will unbedingt ins Ausland, aber vorher möchte ich mich in der deutschen Liga etablieren.“

Das Spiel gegen den abstiegsbedrohten CV Mitteldeutschland ist prädestiniert dafür, dass er Spielanteile bekommt, auch weil den Volleys am Sonntag schon das Pokalfinale bevorsteht. Letztlich ist Schott aber abhängig von dem Plan seines Trainers.