Volleyball

BR Volleys machen vor Rekordkulisse zu viele Fehler

Trotz des Comebacks von Kapitän Kromm verliert das Berliner Volleyballteam vor 8162 Fans gegen den Erzrivalen aus Friedrichshafen.

13.01.2016, Max Schmeling Halle, Berlin, GER, 1.VBL, BR VOLLEYS VS. LUENEBURG, im Bild Trainer Roberto Serniotti (BR Volleys), Spielerkreis Foto © nordphoto / Engler

13.01.2016, Max Schmeling Halle, Berlin, GER, 1.VBL, BR VOLLEYS VS. LUENEBURG, im Bild Trainer Roberto Serniotti (BR Volleys), Spielerkreis Foto © nordphoto / Engler

Foto: nph / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin.  Einmal flog Erik Shoji beinahe über die Seitenbande, um einen Ball doch noch zu retten, dann sprang Paul Carroll sogar auf einen der Pressetische, um noch die Finger an das Spielgerät zu bekommen – dass sie dem Publikum keine spektakulären Ballwechsel boten im Spitzenspiel gegen den VfB Friedrichshafen, kann man den BR Volleys nicht vorwerfen. Einzig konnten sie diese umkämpften Situationen zu selten für sich entscheiden.

Auch deshalb unterlagen die Berliner Volleyballer am Sonntagnachmittag dem 13-fachen Meister vom Bodensee 1:3 (24:26, 25:22, 21:25, 20:25). Nach dem 2:3 gegen Bühl war das nun die zweite Saisonniederlage. „Das ist eine kleine Standortbestimmung für uns“, sagte Kapitän Robert Kromm. „Wir müssen an unserem Niveau arbeiten.“

8162 Zuschauer waren in die Max-Schmeling-Halle gekommen, um den Schlagabtausch der beiden Teams zu sehen, die seit 18 Jahren den Meistertitel unter sich ausmachen. Es waren so viele Zuschauer wie noch nie in 42 Jahren Bundesliga bei einer Partie außerhalb des Play-off. Kromm war zunächst einer von ihnen, denn wegen seiner gerade erst auskurierten Bauchmuskelverletzung begann wie schon gegen Bühl der 21-jährige Ruben Schott, dessen erster Angriff direkt im Friedrichshafener Block landete. Ähnlich erging es Paul Carroll und Paul Lotman.

Selten sind die Berliner über die Mitte erfolgreich

Im gesamten Spiel fanden die Berliner außerdem zu selten zu ihrem sonst so erfolgreichen Spiel über die Mitte. Der Abstimmungsfehler zwischen Zuspieler Tsimafei Zhukouski und Mittelblocker Nicolas Le Goff, der zum Verlust des ersten Satzes führte, war bezeichnend für das Spiel der Berliner. „Wir haben es nicht geschafft, eine einheitliche Truppe auf dem Feld zu haben“, sagte Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand.

Die Einwechslung Kromms brachte Schwung in die Partie, im zweiten Satz zeigten sich die Berliner entschlossener und konzentrierter und holten sich durch ihren kämpferischen Einsatz den Satz. „Im dritten und vierten Satz haben wir dann aber zu viele Fehler gemacht“, sagte Kromm. Mit dem Spiel Anfang November in Friedrichshafen, als die BR Volleys souverän 3:0 siegten, war die Partie in keiner Phase zu vergleichen.

Das lag zum einen daran, dass auf Seiten der Gäste die Langzeitverletzten Zuspieler Simon Tischer und Außenangreifer Björn Andrae ins Team zurückgekehrt sind, die wichtige Akzente setzten. Den BR Volleys war hingegen anzumerken, dass Kromm noch nicht wieder da ist, wo er vor seiner Verletzung war, und dass Zuspieler Zhukouski zwischenzeitlich wegen Rückenproblemen gefehlt hatte.

Am Mittwoch bereits wieder in Düren gefordert

Zudem hatte Diagonalangreifer Paul Carroll einen eher mittelmäßigen Tag erwischt. Mit 14 Punkten war er zwar der beste Angreifer der Berliner und wesentlich stärker als sein Kontrahent Adrian Gontariu, dem nur vier Punkte gelangen.

Nach dem 3:7 im zweiten Satz nahm VfB-Trainer Stelian Moculescu Gontariu vom Feld und wechselte für ihn den Tschechen Michal Finger ein. Dieser brachte es am Ende auf 19 Zähler und wurde zum wertvollsten Spieler der Partie gekürt. „Er hat ein überragendes Spiel gemacht“, sagte Kaweh Niroomand.

Für Kromms Mannschaft geht es nun darum, schleunigst den Rhythmus wieder zu finden, denn am Mittwoch steht beim Tabellenvierten in Düren schon das nächste Spitzenspiel an (18.30 Uhr, sportdeutschland.tv).