Volleyball

BR Volleys haben schon neue Ziele in Europa

Das Play-off der Champions League haben die BR Volleys verpasst. Jetzt kämpfen sie um ihre internationale Chance im CEV-Cup.

Paul Lotman produzierte in Bühl sechs Aufschlagfehler

Paul Lotman produzierte in Bühl sechs Aufschlagfehler

Foto: Sport Moments/Basting / picture alliance / Sport Moments

Berlin.  Manchmal kann man Resultate recht unterschiedlich beurteilen. Selbst wenn man demselben Klub angehört und dasselbe Spiel gesehen hat. So wie nach dem 2:3 (25:18, 21:25, 19:25, 25:22, 12:15) der BR Volleys beim TV Bühl am Sonnabend. Für die Berliner war es die erste Saisonniederlage in der Volleyball-Bundesliga. Trainer Roberto Serniotti kommentierte einigermaßen gnädig: „Wir haben im vierten Satz noch mal eine großartige Moral bewiesen, aber dann hatten wir das Glück nicht auf unserer Seite.“

Mit 21 Fehlaufschlägen fällt es schwer zu gewinnen

Sportdirektor Roko Sikiric fing nicht mit dem Positiven an, sondern wurde gleich kritischer. „Wir haben 37 Fehler gemacht, allein 21 beim Aufschlag und das, obwohl es keine Risikoaufschläge waren – so ist es schwer, ein Spiel zu gewinnen.“ Ihn wird geärgert haben, dass nach dem ersten Durchgang noch nichts darauf hingewiesen hatte, dass die Partie dieses Ende nehmen würde.

Da servierten die Gäste mit dem nötigen Druck und erfolgreich. Sie machten fast alles richtig. Um so unverständlicher, dass danach so ein Riss in ihr Spiel kam. „Bühl hat jetzt mehr riskiert, unsere Mannschaft ist ein bisschen konfus geworden. Sie hätte ruhig bleiben müssen. Eine Lösung finden.“

Im vierten Satz raffen sich die Berliner noch mal auf

Serniotti begann zu wechseln, brachte als Zuspieler Tsimafei Zhukouski für Sebastian Kühner, im Mittelblock Tomas Kmet für Felix Fischer, später auch Arpad Baroti im Diagonalangriff. Viel besser wurde es nicht, bis sich die BR Volleys gegen Ende des vierten Satzes noch einmal aufrafften, einen Rückstand wettmachten und zum 2:2 ausglichen.

„Da hat man gesehen: Wenn wir aggressiv spielen, können wir hier gewinnen.“ Doch es waren eben schon zwei Sätze unnötig vergeben, im Tiebreak nutzte Bühl seine Chance, den Favoriten zu bezwingen.

Sportdirektor Sikiric lässt keine Ausreden gelten

Waren es vielleicht die Müdigkeit und das Handicap, noch drei Tage zuvor in der Champions League gegen Belgorod erhebliche Verletzungsprobleme gehabt zu haben? Natürlich, erklärte Sikiric, spiele es eine Rolle, dass einige Stammkräfte nicht richtig trainieren können. „Aber“, beharrte der Sportdirektor, „es gibt keine Entschuldigung. Wir hatten unsere Chancen.“ Aus Sicht der BR Volleys ist zum Glück nicht viel Schlimmes passiert. Ihre komfortable Tabellenführung ist mit 34 Punkten nach wie vor ungefährdet. Hauptrivale VfB Friedrichshafen (26) kam gegen die Rhein Main Volleys zu einem 3:2, holte also nur einen Zähler auf.

Auch das Thema europäischer Wettbewerb muss nach dem Aus in der Champions League noch nicht beendet sein. Am Sonntag bereits reiste die Mannschaft von Stuttgart weiter in die Türkei. Bei Arkas Izmir geht es dort um Punkte, die noch wichtig werden könnten. Jeder Zähler kann entscheiden, denn die drei besten Mannschaften, die aus der Champions League ausscheiden, rutschen in den zweitklassigen CEV-Pokal.

Alba und die Füchse Berlin haben es vorgemacht

Wie die Basketballer von Alba Berlin, die in dieser Saison im Eurocup antreten, oder die Handballer der Füchse Berlin, die im vergangenen Mai den EHF-Cup gewannen und dabei den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte feierten, hätten auch die BR Volleys dort bessere Erfolgsaussichten als in der kontinentalen Eliteklasse. Auch wenn ihr Ziel eigentlich ist, in der Champions League Furore zu machen, wäre es fahrlässig, diese Gelegenheit nicht mit aller Kraft zu verfolgen. Vielleicht sogar, sich im Erfolgsfall um die Ausrichtung eines möglichen Final Four zu bewerben? „Wir wollen nicht viel herumrechnen“, sagte Sikiric, „sondern gewinnen. In jedem Fall wollen wir das Maximum herausholen.“ Also mehr als in Bühl.