Volleyball

Volleyball-Meister VfB Friedrichshafen ist bereit, von den BR Volleys zu lernen

Vor dem Bundesliga-Spitzenspiel lobt der Meister seinen härtesten Widersacher – allerdings nur, was die Vermarktung angeht.

Sportlich die Besten, als Event-Veranstalter aber nicht meisterlich: VfB-Trainer Stelian Moculescu (r.), sein Assistent Marco Fenoglio (l.) und Zuspieler Simon Tischer

Sportlich die Besten, als Event-Veranstalter aber nicht meisterlich: VfB-Trainer Stelian Moculescu (r.), sein Assistent Marco Fenoglio (l.) und Zuspieler Simon Tischer

Foto: Felix Kästle / dpa

Berlin.  Die Volleyballspieler vom VfB Friedrichshafen haben sich vermutlich noch nie so auf die BR Volleys gefreut wie an diesem Wochenende. Solange die ZF Arena bei ihren Heimpartien nicht ausverkauft ist, müssen sie statt in ihre königblauen Trikots in pinkfarbene Shirts schlüpfen. Diese Maßnahme ist Teil der neuen Marketingkampagne beim VfB. „Bitte macht die Arena voll“, fleht Zuspieler Tomas Kocian in einem Video des 13-fachen Meisters.

Besser könnten die Chancen auf Blau statt Pink kaum sein

Einmal musste er schon mit der unliebsamen Kleidung antreten: Beim ersten Spiel gegen die VSG Coburg/Grub hatten sich lediglich 1.200 Zuschauer in der 4.000 Personen fassenden Arena eingefunden. Höher als am Sonntag, wenn der Meisterschaftszweite von der Spree am Bodensee gastiert (14 Uhr, Sportdeutschland.tv), können die Chancen auf Blau statt Pink kaum sein. Wenn die Schwaben in den vergangenen Spielzeiten mal ausverkauft melden konnten, hieß der Gegner zumeist BR Volleys.

Sportlich ist der Rekordmeister aus Friedrichshafen seit Jahren das Aushängeschild des deutschen Volleyballs. Beim Thema Vermarktung gibt es aber Nachholbedarf. Dafür holte der Klub nun den Wiener Peter Kleinmann. Seit dieser Saison unterstützt der Präsident des Österreichischen Volleyball Verbandes den Verein als Marketingberater.

Alle Spiele gibt es im Regionalprogramm

Schon vor Jahren versuchte VfB-Coach Stelian Moculescu, seinen inzwischen 69 Jahre alten, ehemaligen Trainer anzuheuern. Jetzt hat es endlich geklappt, auch, weil Kleinmann seit 2014 nicht mehr aktiv im Management des österreichischen Rekordmeisters hotVolleys Wien ist.

„Das Projekt hat mich interessiert“, sagt er. Als Vorstandsmitglied des europäischen Verbandes ist er ausgezeichnet vernetzt und hat es im Nachbarland geschafft, Volleyball ins Fernsehen zu bringen. Auch beim VfB gelang es ihm bereits, einen TV-Vertrag auszuhandeln, so dass die Spiele aus Friedrichshafen nun im regionalen Fernsehen übertragen werden.

Kein Mensch weiß, wie die Volleyballspieler heißen

Außerdem will Kleinmann die Vermarktung mehr an den einzelnen Spielern orientieren. „Volleyball hat das Problem, dass kein Mensch weiß, wie die Spieler heißen“, sagt er, „erst dadurch generiert man aber Emotionen, und dann kommen die Leute auch unabhängig vom Gegner“, glaubt er. Der ist dem VfB im Marketingbereich derzeit noch um einiges voraus. Die BR Volleys locken im Schnitt 4000 Zuschauer in ihre Heimhalle. „Was die Berliner machen, ist wirklich bemerkenswert. Da können wir noch etwas lernen“, sagt Kleinmann.