Volleyball

BR Volleys ziehen Herrsching die Lederhosen aus

Die Berliner feierten gegen couragierte Bayern einen klaren 3:0-Sieg und konnten sich über die Tabellenführung freuen. Aber nur kurz.

Wie schon gegen Bühl bejubelten die Volleys gegen Herrsching einen ungefährdeten 3:0-Sieg

Wie schon gegen Bühl bejubelten die Volleys gegen Herrsching einen ungefährdeten 3:0-Sieg

Foto: nph / Engler / picture alliance / nordphoto

Als schon fast alle Zuschauer die Max-Schmeling-Halle verlassen hatten, sangen die Anhänger des TSV Herrsching noch immer: „Herrsching ist der geilste Klub der Welt, ohne Herrsching wär’ hier gar nichts los.“ Dabei störte sie überhaupt nicht, dass ihr Klub gerade 0:3 gegen die BR Volleys verloren hatte (21:25, 14:25, 22:25).

Herrschings Trainer Max Hauser, 31, Jeans, weißes T-Shirt, strubbelige Haare, Turnschuhe, tigerte während des gesamten Spiels an der Seitenlinie entlang, bei Punktgewinnen seines Teams jubelte er laut, in kritischen Phasen knetete er abwechselnd seine Hände, steckte sie in seine Hosentaschen und holte sie dann wieder heraus, um seine Mannschaft mit lautem Klatschen anzutreiben.

Herrsching führte im dritten Satz kurz

Notwendig war das nicht. Die Gäste aus Bayern waren hoch motiviert und legten vor 3.117 Zuschauern einen couragierten Auftritt hin. Im ersten und dritten Satz gelang es ihnen, die favorisierten Volleys mit starken Aufschlägen und einem guten Block aus dem Konzept zu bringen.

7:4 lautete die zwischenzeitliche Führung im letzten Durchgang. „Wenn Berlin uns da nicht ernst nimmt, gewinnen wir einen Satz. In diesem Jahr haben sie uns aber deutlich ernster genommen als im Vorjahr“, sagte Hauser.

Volleys-Trainer Roberto Serniotti, 53, stand im eleganten, schwarzen Anzug, weißen Hemd und glänzenden Lederschuhen nahezu unbeweglich am Rand und tippte ab und zu auf dem Tablet herum.

Drei Spieler feierten im zweiten Satz Premiere

„Wir hatten das Spiel eigentlich die ganze Zeit unter Kontrolle“, sagte er. Weder mit ihrer Spielweise noch ihren ausgefallenen Lederhosen-Trikots konnten ihn die Gäste aus Bayern sonderlich beeindrucken. „Meinetwegen können die auch komplett ohne Trikot spielen, das ist mir total egal“, sagte er.

Viel wichtiger war ihm, dass sein Team deutlich besser gespielt hatte als gegen TV Bühl. Einige Unstimmigkeiten waren noch zu beobachten, aber besonders Zuspieler Tsimafei Zhukouski wirkte deutlich mutiger als gegen Bühl.

Im zweiten Satz waren die Berliner derart dominant, dass Serniotti Felix Fischer, Ruben Schott und Arpad Baroti ihre ersten Einsätze auf dem Feld gewährte.

Durch den Sieg waren die Volleys für eine Stunde Tabellenführer, dann zog Lüneburg nach einem 3:0 in Rottenburg vorbei.