Volleyball

Gelungener Saisonstart der Volleys mit einem kleinen Malheur

Saisonstart gelungen: Die BR Volleys haben in der Bundesliga 3:0 gegen den TV Bühl gewonnen. Über 6000 Zuschauer waren dabei.

Robert Kromm (l.) war beim Berliner Sieg gegen Bühl der treffsicherste Angreifer

Robert Kromm (l.) war beim Berliner Sieg gegen Bühl der treffsicherste Angreifer

Foto: imago sportfotodienst / imago/Bernd König

Berlin.  Verdutzt sah Tsimafei Zhukouski sich um. Der neue Zuspieler der BR Volleys war nach dem 3:0 (25:17, 25:22, 25:18) seiner Mannschaft gegen TV Bühl zum wertvollsten Spieler gekürt worden. Unsicher nahm er sein Präsent entgegen und wusste nicht, wohin mit der Ehrung, die der gegnerische Trainer Ruben Wolochin angeblich ihm zugesprochen hatte. Zhukouski war im zweiten Durchgang gegen Sebastian Kühner ausgewechselt worden. Wolochins wildes Gestikulieren deutete darauf hin, dass wohl ein Malheur passiert war. „Er ist danach zu mir gekommen und hat gesagt, dass eigentlich ich gemeint war“, sagte Kühner.

Kühner führt sein Team auf den Erfolgsweg

Der gebürtige Berliner hatte sein Team nach einem Rückstand im zweiten Satz (8:13) durch starke Aufschläge wieder ins Spiel gebracht und mit dafür gesorgt, dass die BR Volleys im ersten Spiel der Saison keinen Satz abgaben. Froh über den Auftaktsieg nahm Kühner die Verwechslung mit Zhukouski gelassen: „Das kann ja mal passieren, ist ja alles noch so neu“, sagte der Nationalspieler.

Das zeigte sich auch in der Anfangsaufstellung der Volleys: Neben Zhukouski ließ Trainer Roberto Serniotti den US-amerikanischen Außenangreifer Paul Lotman beginnen sowie Europameister Nicolas Le Goff, der zuvor erst zwei Trainingseinheiten mit dem Team absolviert hatte. „So etwas habe ich vorher noch nie erlebt. Roberto hat mir vorher nichts davon gesagt“, sagte Le Goff verblüfft. „Mich hat das auch überrascht“, gab Manager Kaweh Niroomand zu.

Trainer Serniotti überrascht mit Startaufstellung

Vielleicht hatte Serniotti noch die Worte seines neuen Kapitäns Robert Kromm im Ohr, der beschrieben hatte, dass die Euphorie nach so einem Erfolgserlebnis wie dem EM-Titel erst einmal anhalte und das Tief von Le Goff erst in ein paar Wochen zu erwarten sei. Nachdem Le Goffs erster Angriff meterweit ins Aus gesegelt war, zeigte der Europameister nämlich einige eindrucksvolle Blockaktionen, und die Berliner dominierten die Partie gegen den TV Bühl, der immer nur phasenweise an die Leistung anknüpfen konnte, mit der er die Volleys zum Beginn der vergangenen Saison in den Tie-break gezwungen hatte.

Eine solche Phase sahen die 6043 Zuschauer zu Beginn des zweiten Satzes. „Der Rhythmus hat gefehlt, wir haben keinen Aufschlag getroffen“, sagte Kühner, der wie oftmals unter dem ehemaligen Volleys-Trainer Mark Lebedew geschehen, ins Spiel kam, als nichts mehr zusammenlief (8:13). Er machte Druck im Aufschlag, zeigte einige gute Abwehraktionen und gab dem Spiel seiner Mannschaft wieder Struktur.

Mit harten Aufschlägen großen Druck erzeugt

Der Vorsprung der Bühler schwand von 20:16 auf 22:22. Die Gäste wurden nervös und gaben den Satz aus der Hand (22:25). Im dritten Durchgang war der Sieg der Berliner nicht mehr gefährdet. „Dadurch, dass wir Bühl in der Annahme unter Druck gesetzt haben, konnten sie im Angriff nur noch einfache Bälle spielen“, sagte Kühner. Er hofft nun auf weitere Einsätze und weiß dabei um seinen Vorteil: „Ich spiele schon länger mit der Mannschaft zusammen als Tsimafei.“ Das könnte bei dem neuen Team, das am Sonntag noch einiges Verbesserungspotenzial im Miteinander offenbarte, der ausschlaggebende Faktor sein.