Volleyball

Trainer Roberto Serniotti bastelt an den neuen BR Volleys

Neues Team, schwierige Vorbereitung, doch für Trainer Roberto Serniotti ist die Aufgabe klar: mit den BR Volleys Deutscher Meister werden.

Ein Highlight in der Klubgeschichte der BR Volleys: Die Berliner Tomas Kmet (r.) und Paul Carroll im Halbfinale der Champions League gegen Wilfredo Leon, Angrifer von Zenit Kasan und einer der besten Volleyballspieler der Welt

Ein Highlight in der Klubgeschichte der BR Volleys: Die Berliner Tomas Kmet (r.) und Paul Carroll im Halbfinale der Champions League gegen Wilfredo Leon, Angrifer von Zenit Kasan und einer der besten Volleyballspieler der Welt

Foto: nph / Kurth / picture alliance / nordphoto

Berlin. Am vergangenen Sonntag unternahm Roberto Serniotti mit Frau und Sohn den ersten Familienausflug in Berlin. Gemeinsam wollten sie ein paar Eindrücke sammeln von der Stadt, in der sie die nächsten Jahre verbringen möchten. Natürlich: Ganz ohne Hintergedanken an die Arbeit konnte das nicht gehen. Also lautete das Ziel des neuen Trainers der BR Volleys, sich die Max-Schmeling-Halle anzuschauen, den Ort, wo er als Gegner des Volleyball-Bundesligisten schon einige Male gewesen war und wo er künftig sehr häufig sein wird.

Zehn Wochen straffe Vorbereitung

Doch diesmal vermittelte nicht die leere Halle den bleibendsten Eindruck, worauf sich die Familie aus Italien da eingelassen hat. Sondern der angrenzende Mauerpark mit seinen kleinen Shops, dem Angebot an verschiedenen Speisen, dem ganzen bunten Treiben dort – einschließlich Karaoke. Serniotti fühlte sich sehr wohl und in seinem Vorgefühl bestätigt: „Berlin ist eine phantastische Stadt.“ Wobei man annehmen kann, dass in den kommenden Wochen nicht viel Gelegenheit sein wird, die Metropole wirklich gut kennenzulernen.

Denn seit Montag läuft die Vorbereitung auf die nächste Saison, die für die BR Volleys am 25. Oktober mit dem Heimspiel gegen den TV Bühl beginnt. Ein straffes zehnwöchiges Programm steht vor den Spielern, die momentan schon da sind. Wie Robert Kromm. „Ich glaube, wir haben eine gute Truppe zusammen“, urteilt der Star des Teams, das auf fünf Positionen verändert wurde. Neu sind der Amerikaner Paul Lotman, der Franzose Nicolas Le Goff, der Ungar Arpad Baroti und der Kroate Tsimafei Zhukouski. Zurückgekehrt ist nach einer Saison bei CV Mitteldeutschland Ruben Schott. Nicht mehr zum Kader zählen Scott Touzinsky, Kawika Shoji, Martin Krystof, Rob Bontje, Christian Dünnes und Aleksandar Spirovski.

Fünf Nationalspieler mit den Auswahlteams unterwegs

Die Vorbereitung wird allerdings wie bei den meisten Topklubs erschwert dadurch, dass viele Nationalspieler derzeit mit ihrer Länderauswahl unterwegs sind. Bei den BR Volleys betrifft dies Lotman und Erik Shoji (beide USA), Paul Carroll (Australien) und in Kürze auch Zhukouski (Kroatien). Der internationale Einsatz der Amerikaner, bei dem es um die Olympia-Qualifikation geht, könnte sich bis Mitte Oktober hinziehen. Berlins Sportdirektor Roko Sikiric sagt: „Es kann gut sein, dass unser Kader erst eine Woche vor dem Saisonstart komplett ist.“

So haben einige der ersten Testspiele kaum mehr als Trainingscharakter, etwa am 19. September beim Zweitligisten SF Aligse oder auch am 25./26. September gegen die Netzhoppers KönigsWusterhausen. Anfang Oktober geht es zu einem Turnier in Raciborz/Polen, wo es unter anderem ein Wiedersehen mit Erfolgstrainer Mark Lebedew gibt, dessen neuer Klub Jastrzebski Wegiel dort auch am Start ist. Am 10. und 11. Oktober folgt ein gemeinsames Training mit Bundesligarivale SVG Lüneburg. Den Abschluss der Testspielphase bilden zwei Partien gegen den polnischen Spitzenklub MKS Cuprum Lubin am 16. und 17. Oktober.

Meistertitel und Pokalsieg sind eingeplant

Was herauskommen soll, ist schon klar, wie Sikiric sagt: „Meistertitel, Pokalsieg und in Europa einen Schritt vorwärts kommen“, das heißt: nicht nur die Gruppenphase überstehen, sondern auch die erste Play-off-Runde. Das klingt sehr klar. Serniotti hat eine etwas verklausuliertere Art gefunden, den Weg dorthin zu beschreiben. „Ich sehe mich als einen Künstler, der einen großen Stein vor sich hat“, sagt er, „jeden Tag arbeite ich daran, verändere heute hier eine Kleinigkeit, am nächsten Tag dort.“ Welches Bild daraus entsteht, kann der Italiener natürlich jetzt noch nicht sagen. „Man muss ein bis zwei Monate abwarten“, wünscht er sich Geduld, „aber der Mix an jüngeren und älteren Spielern, die wir zusammen haben, gefällt mir sehr gut.“ Genauso gut wie Berlin.