Volleyball

BR Volleys verpassen im ersten Finale eine große Chance

Der wichtigste Mann beim Gegner fiel schon im ersten Satz aus. Doch obwohl der VfB Friedrichshafen ohne seinen Zuspieler Simon Tischer auskommen musste, besiegte er Meister BR Volleys klar mit 3:1.

Foto: Felix Kästle / dpa

Als Mitte des ersten Satzes Simon Tischer vom Feld humpelte, sah Stelian Moculescu unglücklich aus. Sein Zuspieler, der Kopf des Teams verletzt – solche Nachrichten braucht man nicht im ersten Spiel einer Finalserie um die Deutsche Meisterschaft. Und so fürchtete der Trainer des VfB Friedrichshafen möglicherweise einen Fehlstart. Doch alle Sorgen waren unbegründet, der Volleyball-Rekordmeister vom Bodensee gewann am Sonnabend trotz dieser Schwächung mit 3:1 (25:20, 23:25, 25:17, 25:23) gegen Titelverteidiger BR Volleys. Das zweite Spiel bestreiten beide Teams am Mittwoch (19.30 Uhr) in der Schmeling-Halle.

„Wir haben unsere Chancen nicht genutzt“, klagte Berlins Trainer Mark Lebedew. Eine erfahrene Mannschaft wie seine hätte gerade in anfangs erwähnter Phase ihre ganze Routine nutzen müssen, um den VfB zusätzlich aus dem Rhythmus zu bringen. Das gelang ihr nicht. „Wir hatten nie Kontrolle über das Spiel“, sagte Lebedew. Die Schwaben verteidigten den Vorsprung, den sie bei der Verletzung Tischers hatten, mit Kampf und Leidenschaft bis zum Satzende.

Nun ist der zweite Zuspieler des VfB auch kein schlechter: Benjamin Toniutti ist Steller der französischen Nationalmannschaft und stand bis zum Januar bei Zenit Kasan unter Vertrag – bis die Russen mit dem Iranier Saeid Marouflakrani einen noch besseren verpflichteten und mit ihm auch die Champions League in Berlin gewannen. Aber der VfB ist deshalb mit Toniutti noch nicht so gut eingespielt wie mit Tischer.

Den Berlinern fehlten Biss und Frische

Geschadet hat es den Gastgebern nicht, im Gegenteil. Der Niederländer Maarten van Garderen (19 Punkte), der Franzose Baptiste Geiler (14) und der erst 21-jährige Tscheche Michal Finger (13) harmonierten schnell prächtig mit dem neuen Mann. Nur den zweiten Satz konnten die Berliner, deren Bester Rob Bontje mit 13 Punkten und vier Blocks war, zeitweise überlegen gestalten und deshalb knapp gewinnen. Ansonsten bestimmte der hungriger und fixer wirkende VfB das Geschehen, lag auch ständig in Führung. „Uns fehlte die Frische“, beobachtete Berlins Geschäftsführer Kaweh Niroomand, „Flüchtigkeits- und Reaktionsfehler haben sich quer durch die Mannschaft gezogen.“ Schwächen, die man sich in einer Meisterschaftsserie eigentlich nicht erlauben darf. Lebedew rechnete nüchtern vor: „Jetzt müssen wir drei von vier Spielen gewinnen, wenn wir Meister werden wollen.“