Volleyball

Freude über drittes Champions-League-Finale für Berlin

Der Europäische Volleyball-Verband vergibt die Viererendrunde Ende März an die BR Volleys. Der deutsche Meister setzt sich gegen Kasan durch und ist in der Max-Schmeling-Halle als Ausrichter gesetzt.

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Der europäische Volleyball-Verband (CEV) hat eine sehr gute Entscheidung getroffen,nur bei der Bekanntgabe wurde gepatzt. So wurde am Donnerstagmittag via Twitter in die Welt hinaus posaunt: Die BR Volleys sind mit der Berliner Max-Schmeling-Halle Ausrichter des Final Four der Champions League der Frauen. Doch dieser Lapsus ließ sich leicht verschmerzen. Beim deutschen Volleyball-Meister, wohlgemerkt der Männer, waren alle rundum zufrieden. „Ein kleiner Traum geht in Erfüllung“, sagte Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand. Am Wochenende 28./29. März wird also das Finalturnier der europäischen Eliteklasse in Berlin ausgetragen. Die Volleys sind als Veranstalter gesetzt.

Berlin erlebt damit in den kommenden Monaten gleich drei Champions-League-Endspiele. Im Fußball spielen Frauen (14. Mai) und Männer (6. Juni) in der Hauptstadt um die wichtigste europäische Vereinstrophäe. Insgeheim hatten die Verantwortlichen nicht nur auf den Zuschlag gehofft, sie hatten schon ein wenig damit gerechnet. Schließlich ist der Klub eine viel beachtete Adresse in Europa. Zweimal hatte man zuletzt einen Anerkennungspreis von der Confederation Europeene de Volleyball (CEV) bekommen. Nirgends in Europa kommen so viele Fans in die Halle wie zu den Volleys. Mit Kasan (Russland) hatte es allerdings einen finanziell wie sportlich hervorragend gestellten Mitbewerber gegeben. „Jetzt geht es auf Knopfdruck los“, so Niroomand, der von einem „großen Tag für den deutschen Volleyball“ sprach. Dass man das Final Four nach Berlin geholt habe, sei auch als Dankeschön „für die Arbeit der Geschäftsstelle und der Mannschaft“ zu sehen. Schließlich sei es nicht üblich, dass der Kern eines Teams über so viele Jahre zusammenbleibt wie aktuell in Berlin. Kapitän Scott Touzinsky freute sich: „Ein solches Turnier ist für jeden von uns ein absoluter Karriere-Höhepunkt.“

Nur wenige Stunden nach der frohen Botschaft machte Niroomand den Spielern am Abend in einer Teamsitzung klar: „Wir geben nicht viel Geld aus, um nur dabei zu sein. Wir wollen eine gute Rolle spielen.“ Zur Vorbereitung wird man Trainingslager und -spiele in Italien und Polen absolvieren. Zusätzlich verstärkt wird die Mannschaft nicht. „Sie hat unser Vertrauen“, sagte Niroomand.

Auch Rückenwind für Berliner Olympia-Bewerbung

Der Etat der Veranstaltung beträgt etwa 550.000 Euro. Hauptposten zur Refinanzierung sind Zuschauereinnahmen. Der Klub hofft auf eine ausverkaufte Halle (Kapazität 8553 Zuschauer) an beiden Tagen. Infos zum Event und zu Karten findet man unter www.berlin2015.br-volleys.de. Die Vermarktung liegt in den Händen des Klubs. Sollte am Ende ein Fehlbetrag bleiben, „hat uns der Senat Unterstützung zugesagt“ (Niroomand).

Der Geschäftsführer sah in der Entscheidung für Berlin auch ein Zeichen der CEV „gegen Gigantismus und das große Geld“. Dem glühenden Olympiabefürworter macht dies „Mut, mich weiter für Olympia in Berlin einzusetzen“.