Berlin Marathon 2017

Skater-Marathon: Rollen (nicht nur) für die Inklusion

Etwa 5500 Skater gehen bereits am Sonnabend auf die Marathonstrecke. Das Gros sind Freizeitsportler.

Endspurt auf den Rollen: die Skater im Jahr 2016 kurz vor dem Ziel  am Brandenburger Tor

Endspurt auf den Rollen: die Skater im Jahr 2016 kurz vor dem Ziel am Brandenburger Tor

Foto: BMW BERLIN-MARATHON /Camera 4, / BM

Vorneweg fährt ein Rollstuhl. Doch er fährt nicht aus eigener Kraft sondern wird geschoben. Schließlich handelt es sich hierbei nicht um den Marathon-Wettkampf der Rollstuhlfahrer, sondern um den Skater-Marathon. Erstmals wird eine Formation aus vier bis fünf Inline-Skatern, nach Vorbildern von Paris und London, einen Rollstuhlfahrer vor sich her schieben. „Damit wollen wir etwas zur Inklusion beitragen“, erläutert Julia Seifert, die beim Veranstalter SCC Events für den Skater-Marathon zuständig ist.

Zwei dieser Rollstuhl-Skater-Teams starten in diesem Jahr in Berlin, allerdings erst im letzten Starterblock um keine Gefahr darzustellen und sich auch selbst nicht in Gefahr zu bringen. „In Frankreich ist das relativ populär. Bei uns gab es das bisher noch nicht“, sagt Julia Seifert, die solche Projekte gerne vorantreiben würde.

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Insgesamt haben sich für das Rennen am Sonnabend 5573 Skater angemeldet. Nur etwa fünf Prozent von ihnen sind Profis, der Rest sind Freizeitsportler. Damit ist der Berliner Inlineskater-Marathon der weltweit größte. „Es ist schon etwas Besonderes, dass das Rennen sowohl für Profiskater, als auch für alle Freizeit- und Fitnessskater der absolute Höhepunkt der Inlinersaison darstellt“, sagt Julia Seifert. Wenn Schwimmlegende Christian Keller den Startschuss gibt, sind auch 1322 Neulinge zum ersten Mal auf der Berliner Strecke dabei. Knapp die Hälfte der Teilnehmer kommt übrigens aus dem Ausland. 35 Prozent der Skater sind Frauen und der älteste Teilnehmer ist bereits stolze 81 Jahre alt.

Ein „alter Hase“ ist der Belgier Bart Swings. Schon viermal in Folge rollte er als Erster über die Ziellinie. Im vergangenen Jahr gewann er ganz knapp vor dem Niederländer Gary Hekman. Es war so knapp, dass das Zielfoto letztlich für die Entscheidung herhalten musste. Vielleicht kommt in diesem Jahr Hekmans große Chance, wer weiß. Zumindest ist Swings größter Konkurrent auch wieder mit von der Partie.

Bei den Frauen geht die Siegerin von 2015, Sandrine Tas aus Belgien, wieder ins Rennen. Allerdings könnten ihr mit Katharina Rumpus und Sabine Berg zwei deutsche Fahrerinnen das Leben schwer machen. Rumpus stand schon fünf Mal auf dem Podest – nur der Sieg in Berlin fehlt ihr noch. Anders bei Sabine Berg. Sie siegte bereits 2011 und 2012. Nach einer Babypause kehrt sie dieses Jahr aufs internationale Parkett zurück

Sportliches Rahmenprogramm bei den Skatern

Auch beim Rahmenprogramm der Skater geht es in diesem Jahr sportlich zu: Von 12.45 bis 14.15 Uhr findet die Deutsche Meisterschaft im 100-Meter-Sprint der Skater statt. 24 rollende Sportler nehmen daran teil. „Solch eine kurze Strecke ist eine große Herausforderung für Skater, die ja schon kaum nach dem In-Schwung-Kommen wieder abbremsen müssen“, weiß Julia Seifert. Jeder Schritt müsse dabei sitzen. Mit dem 22-jährigen Simon Adler aus Deutschland geht der derzeit beste Sprinter der Welt an den Start.

Regelmäßig sind auch Teilnehmer mit zwei parallel liegenden Rollenpaaren unterwegs. Im vergangenen Jahr wurden die Rollschuhläufer erstmals separat gewertet. In diesem Jahr haben sich erneut 23 von ihnen angemeldet.

Übrigens laufen die Profis in der Regel auf drei großen Rollen, die Freizeitsportler haben in der Mehrzahl noch vier Rollen, ziehen aber langsam nach.

Für Stimmung und Tempo sorgt wieder das Motivationsteam der Rollnacht Düsseldorf, der angesagtesten Skatenight Deutschlands. Sie feuern die Skater vor dem Besenwagen an.