Leichtathletik

Wilson Kipsang will beim Berlin-Marathon Weltrekord zurück

Drei Jahre nach seiner Bestzeit will der Kenianer wieder eine Rekordmarke aufstellen. Hilfe holt er sich aus seiner Familie.

Wilson Kipsang holte 2013 in Berlin den Weltrekord

Wilson Kipsang holte 2013 in Berlin den Weltrekord

Foto: Justin Lane / dpa

Berlin.  Topfavorit Wilson Kipsang bekommt bei seinem Weltrekordversuch Unterstützung von seinem ältesten Sohn, der dreimalige Olympiasieger Kenenisa Bekele beratschlagte sich vor seinem Berlin-Debüt mit Lauf-Idol Haile Gebrselassie: Die schnellste Marathonstrecke der Welt soll am Sonntag (ARD ab 9.05 Uhr) auch bei der 43. Auflage wieder das Pflaster für eine Fabelzeit werden. „Für mich ist der Plan einfach: Ich laufe Weltrekordtempo“, sagte Kipsang.

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Und der Kenianer spricht aus Erfahrung. 2013 stellte er in 2:03:23 einen Weltrekord auf – ebenfalls in Berlin: „Wieder hier zu sein, bringt schöne Erinnerungen.“ Ein Jahr später wurde sein Weltrekord aber von Landsmann Dennis Kimetto auf 2:02:57 verbessert. Nun will der 34-Jährige sich den Rekord zurückholen – mit Hilfe seines ältesten Sohnes. „Normalerweise sieht er meine Rennen nur am Fernsehen. Jetzt kann er mal live dabei sein. Er trainiert ja selbst schon jeden Tag“, sagte Kipsang.

Ärger über Nichtnominierung für Olympia

Doch die Konkurrenz ist stark. Mit der besten Zeit aller Läufer geht Kipsangs Landsmann Emmanuel Mutai ins Rennen. Der lief 2014 in Berlin 2:03:13, konnte seitdem aber nicht mehr daran anknüpfen. Daneben wird vor allem Kenenisa Bekele im Mittelpunkt stehen.

Dreimal gewann der Äthiopier auf der Bahn Olympia-Gold, wurde fünfmal Weltmeister – doch über Marathon-Distanz reichte es bislang nicht zum ganz großen Wurf. Bei 2:05:04, erzielt beim Debüt 2014 in Paris, steht seine Bestzeit, seine Nichtnominierung für die Olympischen Spiele in Rio hatte in der Läufernation für große Diskussion gesorgt - und bei Bekele für großen Ärger.

„Das ist Vergangenheit. Für mich ist das Rennen in Berlin keine Revanche oder Rache. Ich will zeigen, wie stark ich bin. Ich laufe so schnell ich kann“, sagte Bekele: „Ich war natürlich enttäuscht, aber ich will an die Zukunft denken.“ Zu einem Start in Berlin riet ihm auch Haile Gebrselassie. „Ich habe mit ihm über Berlin gesprochen. Ihm gefällt es hier sehr, er ist hier sehr schnell gelaufen“, sagte Bekele.

Über 41.000 Läufer vor einer Million Zuschauern

2007 und 2008 war Gebrselassie in Berlin in Weltrekordzeit ins Ziel gekommen. Insgesamt zehnmal wurde in Berlin im Männer- oder Frauenrennen ein Weltrekord aufgestellt, die letzten sechs Weltbestmarken bei den Männern, angefangen bei Paul Tergats 2:04:55 im Jahr 2003, fielen allesamt in Berlin. „Die Jungs scheinen sich was vorgenommen zu haben“, sagte Renndirektor Mark Milde über die Aussichten in diesem Jahr.

Insgesamt gehen beim 43. Marathon 41.283 Läufer aus 125 Nationen an den Start. Geschätzt eine Million Zuschauer werden an der Strecke stehen.