Laufereignis

Alle Startplätze für den Berlin-Marathon vergeben

Nichts geht mehr für den Otto-Normalläufer: Alle 40.000 Plätze für den Berlin-Marathon sind vergeben. Nur noch Top-Athleten können sich anmelden. Für das Star-Potential beim Lauf wird in diesem Jahr Weltrekordinhaber Haile Gebrselassie sorgen.

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Seit Ende Februar, so früh wie noch nie, geht schon nichts mehr: Alle etwa 40000 Startplätze für den 38. BMW Berlin-Marathon am 25. September sind vergeben. Für Topläufer gilt das natürlich nicht – und in diesem Jahr werden zwei alte Bekannte besonders herausstechen. Nach Morgenpost-Online-Informationen werden der Weltrekordinhaber Haile Gebrselassie und die Berlin-Siegerin 2008, Irina Mikitenko, an den Start gehen. Damit ist es den Verantwortlichen gelungen, sowohl den bekanntesten Läufer der Welt als auch die beste Deutsche und zweimalige Siegerin der World Marathon Majors (WMM) zu verpflichten. Was dem Berliner Marathon, der zur WMM und damit zum Zusammenschluss der fünf bedeutendsten Marathonläufe der Welt gehört, besondere Strahlkraft verleiht. Live übertragen wird das Rennen wieder von n-tv.

Gebrselassie und Mikitenko eint nicht nur ihr Alter von 38 Jahren, sondern auch der Grund, gerade in der Hauptstadt zu starten: Auf der bekannt schnellen Strecke wollen sie sich die Qualifikation für den Marathonlauf bei den Olympischen Spielen in London 2012 sichern. Olympia ist ihr großes Ziel. Während Mikitenko als beste deutsche Marathonläuferin die Qualifikation nur als „Pflicht“ ansieht, die „nebenher mitkommen wird“, wie sie sich ausdrückt, wird es für den Äthiopier Gebrselassie schwieriger. „Das ist eine ernste Angelegenheit. Denn es gibt sehr viele starke Läufer in Äthiopien.“ Er kennt das klare Vergabeverfahren für die Olympia-Tickets seines Verbandes: „Die drei Schnellsten werden nach London fahren.“

Mark Milde, der Berliner Renndirektor, sagt: „Er brauchte einen schnellen Lauf, der passt, in einem Umfeld, das er kennt.“ Da war für Gebrselassie Berlin erste Wahl, wo er bei vier Teilnahmen zwischen 2006 und 2009 viermal gewann. Am 28. September 2008 stellte er in 2:03:59 Stunden den immer noch gültigen Weltrekord auf. „Man sollte ihn nicht abschreiben, auch wenn er natürlich nicht jünger wird“, sagt Milde. Im November 2010 hatte Gebrselassie nach seiner verletzungsbedingten Aufgabe beim Marathon in New York erst seinen Rücktritt erklärt, dann aber wieder eine Rolle rückwärts gemacht und seine Karriere doch fortgesetzt.

Der Lauf-Star beim Berlin-Marathon

Berlin wird für den zweimaligen Olympiasieger und viermaligen Weltmeister über 10000 Meter der erste Marathon seit New York sein. Starke Zeiten zuletzt bei Straßenläufen lassen darauf schließen, dass er wieder gut in Form ist. „Natürlich wird Haile gleich immer mit Rekorden in Verbindung gesetzt“, weiß Milde. Ob der Äthiopier aber wirklich noch einmal in den Bereich seiner Bestzeit laufen kann, bleibt offen. Doch Gebrselassie verpflichtet zu haben, ist auch aus einem anderen Grund eine große Sache: „Er zieht einfach die internationale Aufmerksamkeit auf sich“, sagt Milde.

Wenn sie von Berlin spricht, strahlt Irina Mikitenko übers ganze Gesicht. „Dort habe ich meine Marathon-Karriere begonnen und habe viele andere Läufe gewonnen. Da passt von Motivation bis zur Strecke alles. Und gewinnen will ich natürlich auch.“ Zuletzt gewann sie im Mai den Berliner Frauenlauf. Ein Rennen, das für sie immer einen ganz besonderen Charme hat, weil es dort eher locker zugeht. „Da kann ich mich während des Laufes sogar mit anderen Teilnehmerinnen unterhalten und ihnen Tipps geben“, sagt sie.

Ansonsten geht es bei ihr logischerweise ernster zu. In der nächsten Woche fährt Mikitenko ins mehrwöchige Höhen-Trainingslager nach St. Moritz in die Schweiz. Damit beginnt schon die direkte Vorbereitung auf Berlin, als Station auf dem Weg nach London. Es wäre nach 1996, 2000 und 2004 (jeweils über 5000 Meter) ihre vierte Olympiateilnahme. „Aber nur teilzunehmen, ist für mich nicht der Grund, warum ich unbedingt in London starten will“, erklärt sie mit Blick auf 2012. Mehr sagt sie dazu nicht, man kann jedoch annehmen, dass sie ganz vorn mit dabei sein will. Ihr Ziel sei es, „wieder dahin zu kommen, wo ich schon einmal war.“