Berliner Fußball

Bernd Schultz bleibt Berlins Fußball-Präsident

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Sieger und Besiegte: Bernd Schultz setzte sich bei der Wahl zum Präsidenten des Berliner Fußball-Verbandes deutlich gegen Gaby Papenburg durch.

Sieger und Besiegte: Bernd Schultz setzte sich bei der Wahl zum Präsidenten des Berliner Fußball-Verbandes deutlich gegen Gaby Papenburg durch.

Foto: Michael Hundt / dpa

Gaby Papenburg ist klar gescheitert beim Versuch, Präsidentin des Berliner Fußball-Verbandes zu werden. Bernd Schultz bleibt im Amt.

Berlin. Nach rund sieben Stunden musste der Tagungsleiter doch mal entschieden eingreifen und um Fair Play bitten. Das Persönliche solle doch bitte außen vor gelassen werden. Als es um die Entscheidung um das höchste Amt im Berliner Fußball-Verband (BFV) ging, herrschte auf einmal eine recht aufgeladene Stimmung im Palais am Funkturm bei der Berliner Messe. Die große Frage: Fortsetzung der Ära Bernd Schultz, der seit 2004 der Präsident des BFV ist oder Zäsur und Neuanfang durch Gaby Papenburg und damit der ersten Frau auf dem Posten eines Landesverbandes.

Die nur 117 Delegierten, die von den 227 Stimmberechtigten erschienen waren und abstimmten, fällten ein eindeutiges Urteil: 81 entschieden sich für Schultz. Papenburg bekam nur 33 Stimmen. Es gab drei Enthaltungen. Es bleibt alles beim Alten.

Verliererin Papenburg gehört zu den ersten, die gratulieren

Die geschlagene Papenburg gehörte zu den ersten Gratulantinnen für den alten und neuen Amtsinhaber, dessen Wiederwahl von einem Teil im Plenum mit lautem Applaus gefeiert wurde. „Herzlichen Dank für das eindeutige Vertrauensvotum“, sagte Schultz unmittelbar nach der Bestätigung in seinem Amt. „Ich werde mich bemühen, diesem Votum gerecht zu werden.“ Er wolle aber auch Papenburg einen Dank aussprechen für einen fairen Wahlkampf in den vergangenen sieben Monaten.

Den setzten beide am Tag der Entscheidung fort. Auch als sie mit einer finalen Rede und beim finalen Fragen-Antwort-Duell mit den Delegierten Zweifler überzeugen und ihre Fürsprecher bestärken wollten, blieben beide bei ihren Leitargumenten. Der 63 Jahre alte Schultz setzte und setzt vor allem auf Erfahrung aus über anderthalb Jahrzehnten im Amt. Die 61 Jahre alte Papenburg wollte vor allem eines: Veränderung. Flexibilität, Kreativität und Mut. „Ich habe von Anfang an klar gesagt, dass ich einen neuen Weg gehen will“, sagte die ehemalige TV-Moderatorin.

Bei der Diskussion geht es bisweilen recht ruppig zu

Dass beide gleich jeweils ein Team vorstellten, mit dem sie ihre Arbeit umsetzen wollten, gefiel nicht allen. Zudem musste vor allem Papenburg sich kritische bis überharte Fragen und Anmerkungen gefallen lassen. Der Zeitpunkt für den Tagungsleiter war gekommen, den ein oder anderen der Anwesenden zur Ordnung zu rufen. Dass Papenburg bisweilen auch deutlich und resolut auf die persönlichen Anfeindungen reagierte und auch ihre Kandidatinnen- und Kandidatenwahl entschieden verteidigte - „das müssen Sie schon akzeptieren“ - schien die Fronten kurzzeitig weiter zu verhärten.

Unterstützt wird Schulz in seiner nächsten vierjährigen Amtszeit unter anderem von Mehmet Matur als Vizepräsident Gesellschaftliche Verantwortung, Ralph Rose als Vizepräsident Finanzen und Marketing, Jan Schlüschen als Vizepräsident Recht und Christian Gaebler als Vizepräsident Öffentlichkeitsarbeit. Die jeweiligen Gegenkandidatinnen und -Kandidaten aus dem Papenburg-Lager hatten kurzfristig nach der Wahl für Schultz zurückgezogen. dpa

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