Wasserball

Sechs Spandauer Wasserballer mit dem Ziel Tokio

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Bundestrainer Hagen Stamm will mit dem deutschen Wasserballteam eine Sensation schaffen und sich für die Olympischen Spiele qualifizieren.

Bundestrainer Hagen Stamm will mit dem deutschen Wasserballteam eine Sensation schaffen und sich für die Olympischen Spiele qualifizieren.

Foto: Bernd Thissen / picture alliance/dpa

In Rotterdam wollen sich die deutschen Wasserballer für die Olympischen Spiele qualifizieren. Eine fast unlösbare Aufgabe.

Berlin. Zur letzten Ausfahrt Richtung Olympische Spiele reisten die deutschen Wasserballer mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht. Der blaue Bus war mit „Wasserballteam Deutschland“ und „Road to Tokyo“ beschriftet, auf gemütlichen Liegesitzen streckten die langen Kerle ihre Beine aus. An Bord auch sechs Spieler der Wasserfreunde Spandau: Marko Stamm, Mateo Cuk, Maurice Jüngling, Marin Restovic, Lucas Gielen und Denis Strelezkij. „So reisen sonst nur Fußball-Nationalspieler“, sagte Bundestrainer Hagen Stamm, auch er ein Wasserfreund, während der Fahrt zum Qualifikationsturnier nach Rotterdam.

Auftaktspiel gegen Gastgeber Niederlande

Dort kämpft die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) ab dem Auftaktspiel am Sonntag (16 Uhr) gegen Gastgeber Niederlande um ihre letzte Olympia-Chance. In Rotterdam werden die letzten drei Tokio-Tickets vergeben, die Konkurrenz gerade in der Deutschland-Vorrundengruppe B ist groß. „Wir haben nur Endspiele“, sagte Stamm, „es wird kein einziges Spaßspiel geben.“

Der frühere Europameister schätzt die Chancen auf eine erfolgreiche Qualifikation auf „zehn bis 20 Prozent“. Das sei fast eine „Mission Impossible“, sagt der Filmfan, „aber da gab’s ja auch ein Happy End.“ Falls nicht, würde zum dritten Mal in Folge nach 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro ein olympisches Wasserball-Turnier ohne Deutschland stattfinden. Für die Bedeutung der Sportart und die künftige Förderung wäre das ein herber Rückschlag.

„Das wird eine sehr große Herausforderung, aber wir haben in der Vergangenheit schon des Öfteren bewiesen, dass wir über uns hinauswachsen können“, sagte Kapitän Julian Real. Der Hannoveraner und seine Teamkollegen haben sich in sechs Wochen harter Vorbereitung in der Bundeswehr-Sportschule in Warendorf auf das Turnier eingeschworen. „Wir sind dadurch ein noch besseres Team als vorher“, sagte Real.

Keine Mannschaft weiß wirklich, wo sie steht

Prognosen sind schwer möglich. Niemand weiß in der Corona-Pandemie so recht, wer wo sportlich steht. Die DSV-Auswahl konnte im Vorfeld lediglich gegen Georgien (18:9) testen, geplante Länderspiele in Montenegro und gegen Brasilien fielen dem Virus zum Opfer. In Rotterdam sollen eine Blase und strenge Hygienemaßnahmen ein Ausbrechen von Corona verhindern. Die deutsche Mannschaft reise dennoch mit gesundheitlichen Bedenken an, gab Stamm zu. Aber: „Wir müssen beim Konzert mitsingen, ob wir wollen oder nicht.“

Das Auftaktspiel gegen die Niederlande ist von immenser Bedeutung, bei einer Niederlage dürfte die Mission Olympia-Ticket fast schon beendet sein. Danach warten als Vorrundengegner Frankreich (Montag, 14.30), der WM-Fünfte Russland (Dienstag, 17.30), Rumänien (Mittwoch, 13.00) und London-Olympiasieger Kroatien (Donnerstag, 20.30). Für den Einzug in die am 19. Februar startenden K.-o.-Spiele ist ein vierter Platz erforderlich.

( sid )