Tischtennis

TTC Eastside Berlin schlägt diesmal erst später zu

Der TTC Eastside geht mit einem Miniteam in die nächste Saison. Weitere Verstärkung ist erst im Dezember geplant.

Britt Eerland kommt vom TuS Bad Driburg nach Berlin zum TTC Eastside.

Britt Eerland kommt vom TuS Bad Driburg nach Berlin zum TTC Eastside.

Foto: zou zheng / picture alliance / Xinhua News Agency

Berlin. Natürlich, die Corona-Krise hat im Sport niemandem wirklich gutgetan. Die Tischtennisspielerinnen des TTC Eastside beispielsweise konnten zwar den deutschen Pokalsieg noch an der Platte erkämpfen. Der angepeilte Titel in der Champions League hingegen blieb ihnen versagt, weil der Wettbewerb vor Beginn des Halbfinales abgesagt wurde. Deutscher Meister können sie sich nennen, allerdings wurde das Play-off ebenfalls nicht final beendet, die Berlinerinnen bekamen diese Anerkennung am Grünen Tisch. Sehr emotional ist so etwas natürlich nicht. Doch andere traf das Virus härter.

TTC Eastside verliert vier Stars, holt aber nur einen neuen

Den Meisterschaftszweiten TuS Bad Driburg etwa, der nach 23 Jahren Bundesliga sein Team zurückzog. Zurückziehen musste, weil die Sponsoren wegbrachen und der Verein kein Vabanquespiel riskierte. Davon wiederum profitierte in gewisser Weise der TTC Eastside. Er verpflichtete Ende April die Nummer eins des Traditionsklubs aus dem Teutoburger Wald. Britt Eerland (26), Nummer 30 der Weltrangliste, wechselte zum Double-Gewinner, und das ist eine veritable Verstärkung. Die Niederländerin gewann vergangene Saison fast drei Viertel (14:5) ihrer Einzel im oberen Paarkreuz.

Doch seitdem rührt sich nicht viel beim TTC. Jedenfalls nicht im erwarteten Segment. Einige bisherige Spitzenkräfte stehen in der Anfang September beginnenden Saison nicht mehr zur Verfügung. Die gebürtige Chinesin Fu Yu, die es zum Konkurrenten Kolbermoor zog. Gina Pota, elf Jahre in Eastside-Diensten, die im Sommer ein Baby bekam und vermutlich in Ungarn bleibt. Bernadette Szöcs, die viel gelobte, aber in Berlin nie richtig angekommene Rumänin, die nicht zurückkehrt. Die Schwedin Matilda Ekholm, die ihre Karriere beendet hat.

Bis Ende Dezember kann TTC Eastside nachverpflichten

„Das Ganze ist geprägt von der Corona-Situation“, sagt dazu TTC-Präsident Alexander Teichmann. Es gab ja keinen Zeitdruck. Auch das aktuelle Aufgebot mit den verbliebenen Shan Xiaona und der deutschen Meisterin Nina Mittelham will national erst einmal besiegt werden. Dazu kommt Jessica Göbel vom TV Busenbach, der das gleiche Schicksal erlitt wie TuS Bad Driburg. Die 38-Jährige allerdings ist eher keine Spitzenkraft zum Gewinn der Champions League. Immerhin ist die routinierte Doppelspielerin im unteren Paarkreuz mehr als Ersatz für Katrin Mühlbach, die wegen Schwangerschaft wie Pota ausfällt.

Der deutsche Serienmeister verhielt sich auch deshalb zurückhaltend, weil die nächste Saison unter einem weiteren Aspekt besonders ist. Wegen der Pandemie können bis zum 31. Dezember Spielerinnen verpflichtet werden. Gemunkelt wird, dass der TTC schon ein Ass im Ärmel hat. Teichmann lässt sich in der Hinsicht nichts Konkretes entlocken, nur so viel: „Wir wollten nicht hoch investieren, sondern lieber erst die Entwicklung abwarten.“ Getreu der alten Weisheit „spare in der Zeit, dann hast du in der Not“, die viele in dieser Zeit befolgen. Wobei die Not bei Eastside so groß auch nicht ist.

Die Sponsoren blieben trotz Corona dem TTC Eastside treu

Denn erfreut stellt der Präsident fest, „dass wir nahezu alle Sponsoren halten konnten. Es tat sehr gut, diese Rückendeckung zu spüren“. Jetzt müssten eben erst einmal die verbleibenden vier Frauen die Basis für eine erfolgreiche Saison legen. Dann erst wird es wohl an die Reserven gehen. „Wenn wir Meister werden und in der Champions League ins Halbfinale wollen“, sagt Teichmann, „müssen wir sehen, wie wir noch mal zuschlagen.“ Und da sie traditionell nichts anderes wollen beim TTC Eastside, ist damit zu rechnen, dass die Mannschaft bis zum Ende der Saison noch ein wenig wachsen wird.