Rugby

Rugby-WM als Vorbild für Berlin

Der Rugby-Bundesligist Berliner RC hat bisher eine durchschnittliche Saison absolviert, hält aber an seinem Ziel Halbfinale fest.

Rugby ist ein athletischer Sport, viel mehr als Fußball.

Rugby ist ein athletischer Sport, viel mehr als Fußball.

Foto: Dorian Baro

Berlin. Die Sache mit der Nationalmannschaft ist etwas zwiespältig. Natürlich ist Denis McGee, der Vorsitzende des Berliner Rugby Clubs (BRC), mächtig stolz darauf, dass in dieser Saison gleich mehrere seiner Spieler für die deutsche 7er-Auswahl nominiert wurden. Ist dies doch ein weiterer Beleg für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des Klubs.

Das Problem mit den Nationalspielern

Das Problem daran war, dass es auch bedeutete, dass der BRC die Spieler in der 15er-Bundesliga nicht einsetzen durfte, wenn kurz darauf ein Lehrgang anstand, um Verletzungen zu vermeiden. „So sehr ich mich natürlich für die Spieler freue: Für den Verein war das natürlich ein bisschen schwierig“, sagt McGee. Weil zudem weitere Leistungsträger aufgrund von Verletzungen ausfielen, spielt der BRC bislang eine eher durchwachsene Saison.

Nachdem sie im Vorjahr noch Zweiter in der Nordoststaffel wurden und erst im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft gegen den späteren Titelträger SC Frankfurt 1880 ausschieden, hängen die Berliner nun als Fünfter schon ein wenig zurück. Am Sonnabend (14 Uhr, Sportplatz Sachtlebenstraße) gegen den Hamburger RC ist ein Sieg deshalb Pflicht. Bis zur Winterpause folgen anschließend noch zwei weitere Heimspiele am 16. November gegen Spitzenreiter Hannover 78 sowie am 30. November gegen Germania List.

Zum 100. Geburtstag ein Meister-Kandidat?

„Zwei dieser drei Partien müssen wir mindestens gewinnen. Unser Ziel ist weiterhin der erneute Einzug ins Halbfinale“, sagt Denis McGee. Bei einer so jungen Mannschaft seien Leistungsschwankungen aber ganz normal. Das BRC-Projekt sei ohnehin langfristig angelegt. Spätestens 2026, zum 100-jährigen Vereinsbestehen, möchte man in Zehlendorf so weit sein, den deutschen Meistertitel zu gewinnen, wie es in der U18 schon zweimal gelungen ist. Bis dahin will man die ohnehin schon gute Jugendarbeit intensivieren und unter anderem die Zusammenarbeit mit Schulen weiter ausbauen. „Viele Lehrer wollen nicht nur Fußball machen und sind offen für Rugby“, sagt McGee. Überhaupt registriert er in diesen Tagen ein vermehrtes Interesse an seinem Sport.

Am vergangenen Wochenende endete in Japan die WM, im Endspiel siegte Südafrika gegen England. „Nach einer Weltmeisterschaft merken wir immer, dass einzelne Jugendliche ankommen und mit Rugby anfangen wollen“, berichtet er. Seine Mannschaft hat das Finale ebenfalls auf großer Leinwand mitverfolgt, quasi als Anschauungsunterricht bei den Weltbesten. „Etwas kann man sich da immer abgucken“, meint Denis McGee. Mit diesen Erkenntnissen will auch sein Verein zurück auf die Siegerstraße.