Berliner Champions

Milli Barber – Kapitänin mit Faible für Käsekuchen

Volleyballerin Milli Barber strebt mit Rotation Prenzlauer Berg in die Bundesliga. Ihre Schwester Nele spielt dort schon für Schwerin.

Volleyballerin Milli Barber strebt mit Rotation Prenzlauer Berg in die Bundesliga.

Volleyballerin Milli Barber strebt mit Rotation Prenzlauer Berg in die Bundesliga.

Foto: David Heerde

Berlin. Im März hatte Milli Barber mit ihrer Schwester eine ganz besondere Wette abgeschlossen. Für den Fall, dass diese mit dem 1. VC Wiesbaden das Spitzenspiel in der Volleyball-Bundesliga gegen den SSC Palmberg Schwerin gewinnen würde, hatte Milli Barber ihr einen Käsekuchen versprochen – bei einer Niederlage wäre ansonsten Nele Barber an der Reihe gewesen.

Es war eine Motivationsspritze der leckeren Art. Wiesbaden gewann die Partie mit 3:1 und Milli Barber musste ihrer Schwester bei ihrer nächsten Begegnung den versprochenen Kuchen kredenzen.

Auch sportlich hat Nele Barber (24) bislang die Nase vorn. Mittlerweile gehört sie zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft und ist in der Bundesliga gerade erst zum damaligen Gegner Schwerin gewechselt, zum amtierenden Pokalsieger.

Rotation will in die obere Tabellenhälfte

Während die ältere der Barber-Schwestern schon länger in der ersten Liga mitmischt, will Milli Barber mit der Mannschaft von Rotation Prenzlauer Berg erst noch dorthin. Momentan spielt der Verein in der zweiten Liga.

Zum Auftakt der neuen Saison steht am Sonntag (15 Uhr, Sporthalle Hämmerlingstraße) gleich das Stadtderby beim Berlin Brandenburger Sportclub (BBSC) an. Mit dem VC Olympia geht in dieser Saison auch noch ein drittes Berliner Team in dieser Liga an den Start. Nach Platz acht im Vorjahr ist das Ziel von Rotation offiziell die obere Tabellenhälfte. Spielführerin Milli Barber glaubt jedoch, dass noch deutlich mehr möglich ist.

„Wir haben einige neue Spielerinnen geholt, dazu hat der Rest des Teams ein Jahr mehr Erfahrung in dieser Spielklasse. Jetzt müssen wir schauen, wohin die Reise gehen kann und ob es vielleicht sogar schon in diesem Jahr reicht für den Aufstieg“, sagt die 20-Jährige. Der letzte Berliner Erstligist bei den Frauen war bis 2017 der Köpenicker SC, der sich danach aus finanziellen Gründen aus der Bundesliga zurückziehen musste.

Millie Barber geht als Spielführerin voran

Nach wie vor stellt Rotation Prenzlauer Berg eines der jüngsten Teams der Liga, ein Ausdruck der guten Jugendarbeit des Vereins. „Wenn man als Kind mit Volleyball anfangen möchte, ist Rotation sicher nicht die schlechteste Adresse“, sagt Milli Barber. Die U20 war zuletzt 2018 deutscher Meister; Barber selbst holte 2014 und 2015 mit der U18 jeweils den Titel. Schon damals trug sie die Kapitänsbinde.

„Als Spielgestalterin und zentrale Anspielstation hat die Zuspielerin sowieso schon eine wichtige Rolle. Es ist die Spielerin, die am meisten mit den Mitspielerinnen kommuniziert. Da hat sich das mit dem Kapitänsamt einfach angeboten“, sagt sie.

In der Jugend setzte sie als Kapitänin meist einfach nur die Wünsche des Trainers um. Mittlerweile trifft Milli Barber ihre eigenen Entscheidungen. „Das war über die Jahre ein Reifeprozess. Unser Trainer Marc Zuckermann ermuntert uns auch, dass wir als Spielerinnen selbst mitdenken“, sagt sie.

Ein Duell gegen Schwester Nele steht noch aus

Fast ihre gesamte Karriere hat Barber bei Rotation verbracht, nur in einer Spielzeit lief sie dank eines Doppelspielrechts für den VC Olympia auf. Als Achtjährige war sie zum Volleyball gekommen, hatte dann zwischenzeitlich ein halbes Jahr pausiert, nur um danach umso steiler durchzustarten.

Bald durfte sie bei den Turnieren der Älteren mitmachen. Mit Nele Barber hat sie allerdings noch nie zusammengespielt, dafür war der Altersabstand doch zu groß. „Wir haben zwar überlegt, ob wir nicht beim Beachvolleyball als Team auftreten sollten, aber bislang hat sich das nicht ergeben“, sagt sie.

Auch zu einem direkten Duell zwischen den Schwestern ist es bisher nicht gekommen. Falls Rotation in den nächsten Jahren aber tatsächlich in die Bundesliga aufsteigt, würde ihre Käsekuchenwette sicher in die nächste Runde gehen.