80. Geburtstag

Sportlegende Carsten Keller feiert 80. Geburtstag

Carsten Keller ist in der Welt des Hockeys einmalig, holte vier Mal Olympia-Gold. Mit 80 spielt er immer noch – aber Tennis.

Carsten Keller (l.) in einem Länderspiel gegen die Niederlande. Er war jahrelang Kapitän der deutschen Nationalmannschaft.

Carsten Keller (l.) in einem Länderspiel gegen die Niederlande. Er war jahrelang Kapitän der deutschen Nationalmannschaft.

Foto: imago sportfotodienst / imago/WEREK

Berlin. Die Zahl 80 macht Carsten Keller keine Angst. Nein, sagt der Hockey-Olympiasieger von 1972 lächelnd - ganz im Gegenteil: „Ich bin mit der Zahl seit dem 1. Januar vertraut, weil ich in diesem Jahr in der Altersklasse Herren 80 antrete.“ Doch nicht mehr auf dem Hockeyplatz, sondern als passionierter Tennisspieler. So oder so: Der Sport steht auch heute noch im Mittelpunkt.

Sieben Enkel, und alle spielen Hockey

An diesem Sonntag wird Carsten Keller 80 Jahre alt. Doch das ist längst kein Grund, es langsam angehen zu lassen. Gefeiert wird im „erweiterten Familienkreis“ auf der Terrasse seiner Wohnung in Zehlendorf. „Das wird eine Stehparty“, erklärt er voller Tatendrang. Die Getränke stehen bereit, die Vorbereitungen sind im vollen Gang. „Ich genieße Tage, an denen wir alle zusammenkommen“, sagt Keller, der einer wahren Hockey-Dynastie entstammt.

„Wir alle“ - damit meint der Jubilar natürlich auch seine Kinder, die ebenfalls Hockey-Olympiasieger sind. Seine Tochter Natascha holte 2004 in Athen Gold, 1992 in Barcelona triumphierte Andreas, und Florian war 2008 in Peking an der Reihe. Und auch die nächste Generation steht schon in den Startlöchern, berichtet Keller: „Ich habe sieben Enkel, die spielen alle Hockey und sind talentiert. Die Tradition wird fortgesetzt.“ Carsten Kellers Vater Erwin holte 1936 in Berlin olympisches Silber.

Jetzt ist Tennis seine Leidenschaft

Er selbst „könnte bestimmt auch noch mit dem Hockeyschläger umgehen“, mutmaßt Keller, doch seine große Leidenschaft ist mittlerweile der Tennissport. Zwei Stunden am Tag verbringt er auf dem Tennisplatz. Mit seiner Mannschaft beim LTTC Rot-Weiß Berlin wurde Keller im vergangenen Jahr Dritter bei der deutschen Meisterschaft in der Altersklasse Herren 75. Dazu Radfahren, Joggen, Walken und natürlich der obligatorische Saunagang. „Ich versuche, einfach gesund zu leben“, meint Keller.

Seine Tochter Natascha beschreibt ihren Vater als „sehr positiven“ Menschen und als einen, der „uns diese Freude und den Optimismus schon immer vorgelebt hat“. Carsten Keller, so sagt es Natascha Keller mit einem Augenzwinkern, „ist der verrückteste von uns - im absolut positiven Sinne.“

1999 bekam er zwei neue Hüftgelenke

„Ich bin eben so, ihr müsst es ja nicht mitmachen“, kontert ihr Vater und erzählt eine weitere Anekdote. Nachdem er 1999 zwei neue Hüftgelenke erhalten hatte, „habe ich Aquajogging im See gemacht - während draußen die Leute mit Mützen spazieren waren. Doch ich hatte davon gelesen und mir gedacht, dass ich das einfach mal ausprobiere.“ Es half. „Ich fühlte mich wie neugeboren“, sagt Keller - also wird der Tag seiner Operation bis heute gefeiert.

Seine Nationalmannschaftskarriere beendete Keller nach dem Olympiasieg in München mit 33 Jahren. „Das war ein toller Abschluss, da durfte man eigentlich gar nicht weitermachen“, sagt Keller, der mit den Spielern von damals noch immer engen Kontakt hält: „In der nächsten Woche treffen wir uns in Österreich am Walchsee. Es gab ja leider fünf Todesfälle, aber die 13 verbliebenen Spieler sind dabei.“ Das sei „außergewöhnlich“, was ebenfalls eine treffende Beschreibung für Carsten Keller ist.