Rugby

Zurück zur Nummer eins im Berliner Rugby

Wie der Rugby Klub 03 Berlin in der am Wochenende beginnenden Bundesligasaison wieder Nummer eins in der Hauptstadt werden will.

So will das verjüngte Team des Rugby Klubs 03 Berlin auch in dieser Saison wieder jubeln.

So will das verjüngte Team des Rugby Klubs 03 Berlin auch in dieser Saison wieder jubeln.

Foto: GERRITBERLIN

Berlin. Dass sie in der vergangenen Saison das Bundesliga-Play-off verpassten, nach zuvor zwei Halbfinalteilnahmen hintereinander, konnten sie beim Rugby Klub 03 Berlin noch verschmerzen. Gleich mehrere Leistungsträger waren zu Saisonbeginn verletzt ausgefallen – die verbleibenden Spieler konnten die Ausfälle nicht kompensieren. Erst als die Mannschaft in der Rückrunde wieder komplett war, zeigte sie ihr wahres Potenzial, kam am Ende allerdings nicht mehr über Platz drei in der Nordstaffel hinaus.

Ausgerechnet der BRC ist vorbeigezogen

Ärgerlicher war da schon, dass mit dem Berliner Rugby-Club (BRC) ausgerechnet der Lokalrivale einen Platz vor RK 03 landete und sich den Platz im Halbfinale sicherte. Das Ziel für die neue Saison ist deshalb klar: „Wir wollen wieder die Nummer eins in Berlin werden. Wir wollen unsere Position als Kings of Berlin zurückerobern“, sagt Sportdirektor Christian Lill.

Bereits am zweiten Spieltag am 14. September treffen beide Klubs erstmals aufeinander. Zum Saisonauftakt empfängt RK 03 am Sonnabend (15 Uhr, Stadion Buschallee) aber zunächst den RC Leipzig. Die Berliner starten mit elf neuen Spielern, die den Altersschnitt der Mannschaft deutlich senken.

Rugby-Jugendakademie gegründet

Überhaupt will RK 03 in Zukunft noch stärker auf den Nachwuchs setzen und hat dazu die Rugby-Jugendakademie Berlin ins Leben gerufen. Nachdem in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen wurden, um die Infrastruktur des Vereins zu verbessern – mit Platzneubau inklusive Errichtung einer Tribüne und dem Ausbau des Klubhauses –, soll nun die Talentförderung mehr in den Fokus rücken.

„Erfolgreiche Rugbyspieler bekommen ihre Ausbildung in der Kindheit und Jugend. Genau da setzt das Konzept der Rugby-Jugendakademie an: eine gezielte Förderung leistungsorientierter Spieler, die Unterstützung der jungen Athleten in Sport, Schule, Ausbildung sowie die Vermittlung der Werte des Rugbysports“, erklärt der Vereinsvorsitzende Ingo Goessgen. Die Akademie richtet sich an Spieler von der U14 bis zur U18, die dann in drei bis fünf Jahren das Bundesligateam verstärken sollen. RK 03 hat nicht das Geld, um im großen Stil externe Spieler zu verpflichten, „deshalb muss das alles aus sich heraus wachsen“, sagt Jugendwart Stephan Echtermeyer.

Rivalität soll den Standort stärken

In dieser Woche wurden nun die ersten zehn Spieler nominiert. Alle spielten schon vorher für RK 03. „Wir wollen nicht die jungen Talente aus anderen Vereinen abwerben“, sagt Ingo Goessgen. „Es geschieht aber schon, dass sich die Sportler Vereinen zuwenden, die die besten Bedingungen vorweisen.“ Auch Christian Lill glaubt, dass die Akademie auch die anderen Klubs unter Druck setzt, ebenfalls aktiv zu werden. Damit am Ende trotz aller Rivalität der gesamte Rugby-Standort Berlin profitiert.