Segeln

Berliner Segler auf Erfolgskurs

Der Verein Seglerhaus am Wannsee vertritt die Berliner Farben herausragend in der Bundesliga und sogar in der Champions League.

Das Team des VSaW vertritt Berlin in der Champions League, zum zweiten Mal nach 2017 sind die Berliner im Kreis der besten Klubteams dabei.

Das Team des VSaW vertritt Berlin in der Champions League, zum zweiten Mal nach 2017 sind die Berliner im Kreis der besten Klubteams dabei.

Foto: Lars Wehrmann/DSBL

Berlin. Womöglich haben die Segler vom Verein Seglerhaus am Wannsee (VSaW) erst bei der Buchung ihrer Hotelzimmer so richtig realisiert, dass sie in dieser Saison zu den besten Vereinen der Welt gehören. „Die Preise in St. Moritz haben definitiv Champions-League-Niveau“, meint Crewmitglied Elias Rothe. In dem Schweizer Nobelort fällt in dieser Woche die Entscheidung in der Segel-Champions-League. 24 Mannschaften haben sich aus drei Vorrunden qualifiziert, darunter sechs deutsche Teams. Der VSaW ist nach 2017 zum zweiten Mal im Kreis der weltbesten Klubteams dabei.

Ansprüche sind sehr hoch beim VSaW

„Für den Verein ist es sehr wichtig, dass wir uns dort präsentieren. Der VSaW ist einer der ältesten und größten Segelklubs hierzulande und nimmt deshalb im deutschen Segelsport eine besondere Stellung ein. Da sind die Ansprüche natürlich hoch“, sagt Rothe.

Dass die Berliner in der heimischen Bundesliga momentan Tabellenführer sind, dürfte die Erwartungen nur noch weiter erhöhen. Die Crew um Elias Rothe, Maximilian Salzwedel, Carl Naumann und Steuermann Tim Elsner reiste also mit einem guten Gefühl zum Finale. Von Donnerstag bis Sonntag dauert die Regatta, wobei täglich mehrere Rennen im Modus Jeder-gegen-jeden absolviert werden müssen. „Unser Ziel ist ein Platz unter den ersten Fünf“, sagt Rothe. Allerdings gilt der St. Moritzersee, auf dem die Wettkämpfe ausgetragen werden, als besonders tückisches Revier.

Fallwinde sind die große Herausforderung

Der See ist nicht besonders groß, doch rundherum ragen hohe Berge und Hotelgebäude auf, an deren Flanken sich jederzeit Fallwinde bilden können. „Das wird eine knifflige Angelegenheit. Da ist es sicher auch ein bisschen Glückssache, ob man die Böe abbekommt oder nicht“, sagt Elias Rothe. 2017 wurde der VSaW in der Champions League schon einmal Siebter, das Finale fand in jenem Jahr allerdings vor Sardinien statt. Die Vorrunde in St. Moritz beendete man damals als Dritter – vielleicht ja ein gutes Omen.

Eine Woche nach der Champions League wartet auf die Berliner dann schon der nächste Höhepunkt: Vom 23. bis 25. August macht die Segel-Bundesliga auf dem Wannsee Station. Auf heimischem Gewässer will der VSaW seine nationale Führungsrolle weiter ausbauen.

Sogar der Bundesliga-Titel ist in Reichweite

„Wir haben momentan eine super Ausgangsposition“, sagt Rothe. Der Titel ist dadurch in greifbare Nähe gerückt – es wäre der erste in der Vereinsgeschichte. Erst seit 2013 gibt es die Segel-Bundesliga, die damals die erste nationale Segelliga überhaupt war. Gesegelt wird zum Teil auf Binnenseen wie dem Wannsee, zum Teil aber auch auf dem offenen Meer. Deutscher Meister wird am Ende das Team, das auf allen Revieren am besten klarkommt.