Motorboot

Mit 100 km/h im Schlauchboot übers Wasser rasen

Beim Motorboot-Weltcup in Grünau starten auch Thundercats. Die Wettbewerbe erinnern ein wenig an Motorradrennen mit Seitenwagen

Wettbewerbe mit Thundercats erinnern ein wenig an Motorradrennen mit Seitenwagen.

Wettbewerbe mit Thundercats erinnern ein wenig an Motorradrennen mit Seitenwagen.

Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Andreas Dick / picture alliance / Beautiful Sports

Berlin. Das Gefühl, auf einer prall aufgeblasenen Luftmatratze durchs Wasser zu gleiten, aber eben nicht reinzufallen, ist bekannt. Nicht immer ganz leicht, aber beherrschbar. Das Ganze mit einem vier Meter langen, von einem 50 PS-Motor zu Höchstgeschwindigkeiten über 100 km/h angetriebenen Schlauchboot zu versuchen, erreicht eine andere Dimension. Wie man`s macht demonstrieren Hagen Jerzynski (43) und seine Partnerin Friederike Stute am Wochenende in Grünau. Nicht nur für das Berliner Duo eine Premiere der neuen Rennbootklasse Thundercat auf der Traditionsrennstrecke.

Thundercat erinnert an Motorradrennen mit Seitenwagen

Wettbewerbe mit Thundercats, die ihren Ursprung in Südafrika haben, erinnern ein wenig an Motorradrennen mit Seitenwagen. Der Fahrer liegt, der Co-Pilot verlagert je nach Kurvenrichtung sein Gewicht um möglichst ohne Geschwindigkeitsverlust um die Ecken zu flitzen. Das nicht selten unruhige Fahrwasser in Grünau sollte für spektakuläre Auftritte sowohl von Jerzynski/Stute als auch von ihren Konkurrenten sorgen.

Läufe zur Europameisterschaft in Grünau

Ganz traditionell geht es auf der Regattastrecke am Sonnabend und Sonntag (jeweils ab 10 Uhr, Tickets zwischen drei und acht Euro) bei den Läufen zur Europameisterschaft der Kategorie R 1000 zu. Der Mann, den es bei den in Berlin bis zu 150 km/h schnellen, häufig von Motorradmotoren angetriebenen, Booten zu bezwingen gilt, ist Vorjahressieger, Titelverteidiger und Lokalmatador Peter Heibuch (64). Auch wieder dabei: Der Brite Jim Noone, der mit etwas mehr als 184 km/h den Topspeed-Weltrekordler seiner Klasse ist. In den Rennen der Formel 4 und Formel 5 vertreten Uwe Brettschneider (55) und Marvin Liehr (16) die Farben der Gastgeber.

Seriensieger Szymura ist nicht am Start

Grünau-Seriensieger Mike Szymura muss auf den Heimstart verzichten. Allerdings wartet auf den Berliner beim Weltmeisterschafts-Auftakt der Formel 2 am gleichen Wochenende in Kaunas eine anspruchsvolle Aufgabe. Szymura, nach zwei durchwachsenen Jahren in der Formel 1, jetzt Neu-Mitglied im englischen Gordon-Cock-Profiteam, trifft in Litauen auf 35 Konkurrenten, von denen sich lediglich zwanzig für die WM-Läufe qualifizieren können. „Das ist sicher hart, aber ich bin da absolut optimistisch, dass wir mithalten können“, so der 25 Jahre alte dreimalige Weltmeister in der Formel 4, dessen Helfer/Mechaniker-Team an der Strecke immerhin zehn Personen stark ist.