Tischtennis

Nina Mittelham will über Minsk zur Olympia-Medaille

Nina Mittelham hat sich beim TTC Eastside zu einer deutschen Topspielerin entwickelt. Ihr nächstes Ziel ist sehr hoch.

Nina Mittelham hat in den vergangenen Monaten eine sehr positive Entwicklung als Tischtennisspielerin genommen.

Nina Mittelham hat in den vergangenen Monaten eine sehr positive Entwicklung als Tischtennisspielerin genommen.

Foto: Wuest /Eibner-Pressefoto / imago/Eibner

Berlin. Es ist erst knapp fünf Wochen her, da ist Nina Mittelham mit dem TTC Eastside zum ersten Mal deutsche Mannschaftsmeisterin geworden. Vor gut drei Monaten hat sich die 22-Jährige ihren ersten Einzeltitel bei den Frauen gesichert. Im September vergangenen Jahres hatte ihre Saison mit EM-Gold im Doppel an der Seite Kristin Langs begonnen.

Zu Recht spricht sie schon jetzt von einem „hervorragenden Jahr“. Das möchte sie nun bei den Europaspielen in Minsk krönen. In der weißrussischen Hauptstadt geht es für die deutschen Tischtennis-Teams in der kommenden Woche um die Olympia-Qualifikation. Und sie wäre in Tokio im nächsten Jahr nur allzu gern dabei.

Schon mit zwölf lebte der Olympia-Traum

Nun aber erstmal Minsk, gemeinsam mit ihrer Berliner Teamkollegin Shan Xiaona, Han Ying und Petrissa Solja. Sie ist an Position drei gesetzt, Shan als Ersatz mitgereist. „Es ist megacool, dabei zu sein“, sagt sie. Ein wenig ist es ja schon wie bei Olympischen Spielen, mit einem Sportlerdorf und Athleten aus vielen verschiedenen Disziplinen. „Ich bin gespannt, was auf mich zukommt. Natürlich ist ganz schön Druck da wegen der Olympia-Quali.“ Nur Rang eins in Minsk reicht dafür.

Doch für die Spiele der Spiele investiert sie viel. Schließlich ist es das einzige Ziel, das sie noch nicht erreicht hat, seit sie als Zwölfjährige im Fernsehen nach ihrem Lebensplan befragt wurde. Kess antwortete die kleine Nina: „Nationalspielerin werden, mein Abitur machen und eine Olympia-Teilnahme.“

Wechsel nach Berlin hat ihr viel gebracht

Damals war sie noch eine Hoffnungsträgerin von vielen. Doch sie ließ Taten folgen, wurde unter anderem zweimal Jugend-Europameisterin. Inzwischen hat sie sich etabliert im Nationalteam. Gerade diese Saison hat sie weit vorwärts gebracht. Weil sie von den erfahrenen Eastside-Mitspielerinnen wie Shan (36), Gina Pota (34) oder Matilda Ekholm (37) manches abschauen konnte, „wie man sich vorbereitet, wie man mit Druck umgeht. Der Wechsel nach Berlin hat mir viel gebracht“. In der Weltrangliste hat sie sich peu à peu auf Rang 45 vorgearbeitet, so hoch wie noch nie. Tendenz steigend.

Da Mittelham auch eine sehr starke Doppelspielerin ist, kann es ihr passieren, dass sie dort gesetzt wird. Die Regeln im Tischtennisteam-Wettbewerb sind so: Drei Spielerinnen bestreiten insgesamt bis zu fünf Spiele, ein Doppel und vier Einzel. Hat eine Mannschaft drei Siege, ist das Duell entschieden. Jeder kann nur zweimal antreten – entweder in zwei Einzeln oder in einem Einzel und im Doppel. So wird verhindert, dass eine einzige Spielerin die nötigen drei Siegpunkte fast im Alleingang holt.

Minsk ist nur ein weiterer Schritt

Nina Mittelham hat 2016 die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro verfolgt, wo Solja, Shan und Han die Silbermedaille gewannen. Natürlich möchte sie in Tokio etwas Ähnliches schaffen. „Alle müssen in Topform sein, und ein bisschen Glück braucht man auch“, sagt sie. Dabei hatte sie das als Zwölfjährige eine Medaille gar nicht zu ihren Zielen gezählt. „Aber wenn man schon so weit gekommen ist, will man auch noch mehr“, gibt sie fröhlich zu. Minsk soll nur ein Zwischenschritt sein.