Kommentar

Unions Aufstieg ist ein Gewinn für Berlin

Der Aufstieg des 1.FC Union ist gerechtfertigt und Folge einer logischen Entwicklung, meint Sportredakteur Michael Färber.

 Die Fans sind ein Erfolgsfaktor, sagt Michael Färber.

 Die Fans sind ein Erfolgsfaktor, sagt Michael Färber.

Foto: dpa / BM

Es ist vollbracht, der 1. FC Union ist erstklassig. Der Traum ist seit Montagabend Realität. Wer gesehen hat, wie die Mannschaft, vor allem aber die Verantwortlichen der Köpenicker und natürlich die Fans den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga gefeiert haben, der konnte erkennen, wie groß die Erleichterung bei allen Beteiligten gewesen ist, es endlich geschafft zu haben.

Berlin hat nach 42 Jahren wieder zwei Fußball-Erstligisten, das kann für die Hauptstadt nur positiv sein, nicht nur wegen der Derbys gegen Hertha BSC, auch wegen der Wirkung über die Stadtgrenzen hinaus. Union Aufstieg ist ohne Zweifel ein Gewinn für Berlin.

Union ist der fünfte Bundesligist aus Berlin

Dass die Köpenicker nun der fünfte Klub aus Berlin nach Hertha, Tennis Borussia, Blau-Weiß 90 und Tasmania 1900 sein werden, der erstklassige Spuren in Fußball-Deutschland hinterlässt, fußt auf drei Säulen.

Zum einen ist es der Klubführung um Präsident Dirk Zingler zu verdanken, die Klubstrukturen nach einer Saison, in der sogar der Abstieg drohte, vergangenen Sommer noch einmal zu überdenken und zu vereinfachen. Damit einher geht die Entscheidung, Oliver Ruhnert vom Chefscout zum Geschäftsführer Profifußball zu befördern. Ruhnert gelang es, einen Kader zusammenzustellen, der nicht nur über genügend Erfahrung verfügt, sondern auch charakterlich gut zusammenpasst.

Fischers Weg erwies sich als richtig

Dazu passte Ruhnerts Wahl, Urs Fischer als Trainer zu verpflichten. Die Ruhe des Schweizers selbst in schwierigen Saisonphasen, seine Art, immer das Positive herauszustellen, und sein Mantra, nur von Spiel zu Spiel zu denken, erwiesen sich für diese Mannschaft als der richtige Weg.

Schließlich ist da das große Glück, dass eigene Schwächeperioden nicht von der Konkurrenz bestraft wurden. Auch wenn Union nicht gewann oder sogar verlor, gelang es den Mitbewerbern um den Aufstieg nicht, sich abzusetzen (HSV) oder aus dem Verfolgerfeld Druck aufzubauen (St. Pauli, Kiel, Heidenheim).

Neues Union-Ziel: Klassenerhalt

Doch nach dem Ziel ist vor dem Ziel. Und das kann nur der Klassenerhalt 2020 sein. Ruhnert und Fischer werden das Team für dieses neue Ziel verstärken müssen. Dass der Etat auf über 80 Millionen Euro steigen wird, kann dabei nur hilfreich sein.