Wasserball

Spandau 04 greift nach zwei Titeln

Am Wochenende geht für Frauen und Männer von Spandau 04 der Meisterkampf in die entscheidende Phase. Beide Teams haben gute Chancen.

Tiberiu Negrean (r.) erzielte beim 10:9 der Spandauer in Hannover zwei Tore.

Tiberiu Negrean (r.) erzielte beim 10:9 der Spandauer in Hannover zwei Tore.

Foto: Florian Petrow / picture alliance / Florian Petrow/dpa

Berlin. Mit Angstzuständen kennt sich Jennifer Stiefel als Psychologin bestens aus. Und genau die will die Wasserballerin der Wasserfreunde Spandau beim Finalgegner Bayer Uerdingen ausgemacht haben. „Ich denke, sie haben mächtig Respekt vor uns“, sagt sie.

Uerdingen verlor nur gegen die Spandauerinnen

Nur zwei Spiele hat Bayer in der laufenden Bundesligasaison verloren – beide gegen Spandau, hinzu kommt eine weitere deutliche Schlappe gegen die Wasserfreunde im Pokal. „Dass wir sie dreimal so klar geschlagen haben, steckt bei denen natürlich auch im Kopf drin“, sagt Stiefel.

Obwohl Uerdingen als Hauptrundensieger das Heimrecht besitzt, gehen die Berlinerinnen am Sonntag (16 Uhr) als Favorit in das erste von maximal drei Finalspielen. Denn die Kräfteverhältnisse haben sich verschoben. Wettbewerbsübergreifend hat Berlin die vergangenen 13 Spiele gewonnen. Anfang Mai siegten die Spandauerinnen bereits im Pokal. Nun wollen sie ihre erste Saison in der Bundesliga mit der Meisterschaft krönen.

Männer können Titel in Berlin holen

Die Spandauer Männer haben bereits vorgelegt. Sie gewannen ihr erstes Finalspiel bei Waspo Hannover am Mittwoch mit 10:9 und können mit zwei weiteren Erfolgen am Sonnabend (16 Uhr) und Sonntag (14 Uhr, alle Spiele Sportzentrum Schöneberg) den 37. Meistertitel der Vereinsgeschichte perfekt machen. Sollte ihnen das gelingen, wäre das auch eine besondere Motivation für die Frauen, die direkt im Anschluss ins Becken steigen.

Jennifer Stiefel hat im vergangenen Jahr schon mit Heidelberg das Double geholt, ehe sie im Sommer nach Berlin wechselte. Damals ahnte die Nationalspielerin nicht, dass sie mit ihrem neuen Klub gleich ähnlich erfolgreich sein würde.

Bei den Frauen steht Ablösung bevor

Schließlich spielt Spandau erst seit dieser Saison im Oberhaus; für einige Spielerinnen, die bis vor Kurzem noch Schwimmerin oder Handballerin waren, war es die erste Wasserballerfahrung überhaupt. „Aber ich habe bei allen Beteiligten von Anfang an die Begeisterung gespürt“, sagt Stiefel.

Auch im Endspiel wollen die Wasserfreunde mit viel Leidenschaft zur Sache gehen. Das Duell mit Bayer Uerdingen ist dabei ein echtes Traumfinale: Auf der einen Seite der größte Name im deutschen Wasserball – auf der anderen der erfolgreichste Frauenklub der jüngeren Vergangenheit mit sechs Meistertiteln seit 2012 und einer ähnlich professionellen Herangehensweise wie die Berliner.

Schon jetzt deutet sich an, dass es dieses Titeltreffen in Zukunft noch häufiger geben wird, ein ähnlicher Klassiker wie die Spandauer Spiele gegen Waspo Hannover bei den Männern. Jennifer Stiefel meint: „Ich hätte jedenfalls nichts dagegen.“