Nachwuchssportler

Eine Meisterin im Überwinden aller Hürden

Berlin ehrt seine Talente: Leichtathletin Gisèle Wender bricht die Dominanz der Wassersportler und wird Nachwuchssportlerin des Jahres.

Ausgezeichneter Berliner Nachwuchs: Lara Lessmann, Gisèle Wender und Alexander Finger (v.l.).

Ausgezeichneter Berliner Nachwuchs: Lara Lessmann, Gisèle Wender und Alexander Finger (v.l.).

Foto: camera4

Berlin.  Wenn es die Zeit zulässt, fotografiert Gisèle Wender gern, zum Beispiel das Wettkampfgeschehen jüngerer Sportler beim SV Bau-Union oder auch die Trainingsgruppe ihres Freundes, der ebenfalls Leichtathlet ist. Am Montagabend stand die 17-Jährige allerdings selbst im Fokus der Fotografen. Mit der Wahl zur Nachwuchssportlerin des Jahres 2018 erhielt die Hürdenläuferin den wichtigsten Nachwuchspreis im Berliner Sport. Wender war im vergangenen Jahr in Györ (Ungarn) Jugendeuropameisterin über 400 Meter Hürden geworden und hatte als erste Deutsche auf dieser Strecke Gold bei einer U18-EM gewonnen.

Ermutigung, den sportlichen Weg weiterzugehen

Zugleich qualifizierte sie sich mit dem Erfolg für die Olympischen Jugendspiele in Buenos Aires, wo sie in zwei Läufen jeweils Siebte wurde. Erstmals testeten die Veranstalter dort ein neues Wettkampfformat, bei dem der Sieger erst durch Addition der Zeiten aus zwei Rennen feststeht. Auch die Auszeichnung am Montag im Wintergarten Varieté stellte eine Ausnahme dar: Erstmals seit 2014 gewann mit Gisèle Wender wieder eine Athletin, die nicht in einer Wassersportart aktiv ist, nachdem zuletzt Segler, Ruderer und Kanuten dominiert hatten.

Vor vier Jahren siegte mit Lisa-Marie Kwayie ebenfalls eine Leichtathletin, ihr gelang im Sommer bei der EM im Olympiastadion der Durchbruch bei den Erwachsenen. „Ohne Nachwuchs keine Spitze“, sagte Thomas Härtel, Präsident des Berliner Landessportbundes, deshalb sei die Förderung von Nachwuchssportlern eine der wichtigsten Aufgaben des LSB. „Wir würdigen die Besten von ihnen als Vorbilder: Sie trainieren hart für den Erfolg. Wir wollen sie ermutigen, ihren sportlichen Weg weiterzugehen“, so Härtel.

In den wichtigsten Rennen besonders schnell

Für die EM 2018 war Gisèle Wender noch zu jung, doch bald will die Sportlerin aus Karlshorst ebenfalls auf der großen Bühne durchstarten. Dabei kommt ihr zugute, dass sie in den wichtigen Rennen stets über sich hinauswächst. Bereits 2017 hatte sie bei der U18-WM in Nairobi die Bronzemedaille geholt, zudem wurde sie in den vergangenen beiden Jahren jeweils deutsche Jugendmeisterin.

Mittelfristig bleibt ihr großes Ziel die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Das gilt auch für die Zweitplatzierte der Wahl, BMX-Freestylerin Lara Lessmann, die sogar schon 2020 in Tokio dabei sein könnte. Die 18-Jährige vom Verein Mellowpark fuhr bei der Urban-Cycling-WM der Erwachsenen auf den zweiten Platz und gewann bei den Olympischen Jugendspielen Gold im Mixed-Wettbewerb. Platz drei sicherte sich Alexander Finger (17) vom Berliner Ruder-Club: Er gewann unter anderem bei der U19-WM Bronze mit dem Doppelvierer.

Auch Berliner Eliteschüler ausgezeichnet

Die Wahl ist eine gemeinsame Initiative des Berliner Landessportbunds, des Olympiastützpunkts und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Ebenfalls ausgezeichnet wurden die Berliner Eliteschüler des Sports, wobei neben den sportlichen auch schulische Leistungen berücksichtigt in die Bewertung eingeflossen sind. Die diesjährigen Sieger: Lara Lessmann (Flatow-Oberschule), die Bogenschützin Clea Reisenweber (Schul- und Leistungssportzentrum) sowie der Golfer Falko Hanisch (Sportschule im Olympiapark). Gewinner des Berliner Schulsportpreises wurde wie im Vorjahr die Carl-von-Linné-Schule für Körperbehinderte.