Tischtennis

Eastside feiert Pokalsieg, als wäre es der erste

Trotz ihrer großen Personalprobleme haben die Frauen des TTC Eastside den deutschen Pokal gewonnen – zum fünften Mal in Folge.

Shan Xiaona wird nur noch bis Mitte Februar für Eastside spielen können. Die Chinesin erwartet im Sommer ein Kind

Shan Xiaona wird nur noch bis Mitte Februar für Eastside spielen können. Die Chinesin erwartet im Sommer ein Kind

Foto: Ralf Kuckuck / picture alliance / Ralf Kuckuck

Berlin.  Man könnte meinen, ein fünfter Pokalsieg in Folge fühlt sich so an: War ja klar, kennt man schon, hatten wir nicht anders erwartet. Nichts von dem traf die Gefühlslage beim TTC Eastside nach dem 3:1 im Tischtennis-Pokalfinale von Hannover gegen den Bundesliga-Kontrahenten TuS Bad Driburg. Stattdessen: „Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen“, sagte Präsident Alexander Teichmann und erhöhte sofort: „Nein, ein ganzes Geröll, eine Lawine.“

Solja wagt Neuanfang bei Turnier in Ungarn

Die Berliner Erleichterung liegt in der prekären Personallage beim Triplesieger der vergangenen beiden Spielzeiten begründet. Champions-League-Sieger, deutscher Meister und Pokalsieger mit Petrissa Solja, Shan Xiaona, Gina Pota, Yui Hamamoto und im Notfall Irina Palina (48) – das waren Zeiten. In Hannover trat Eastside mit Pota an, dazu mit der im vierten Monat schwangeren Shan sowie der Hongkong-Chinesin Tie Yana, die für den Pokalsieg eingeflogen wurde.

Hamamoto (19) ist längst nach Japan zurückgekehrt, will sich intensiv auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio vorbereiten. Solja (23) startet nach ihrer monatelangen Pause wegen „körperlicher und mentaler Erschöpfung“ zwar ab Dienstag bei den Ungarn Open, doch ob sie je in die Bundesliga zurückkehrt, ist fraglich. Shan wird spätestens ab Mitte Februar pausieren und sich auf die Geburt ihrer Tochter vorbereiten.

Tie Yana bleibt nicht lange

Tie Yana fliegt schon diese Woche heim nach China. So stehen für den Meisterkampf Pota, Hamamotos Landsfrau Shiho Matsudaira, die Inderin Krittwika Roy und Spielertrainerin Palina bereit; die in weiser Voraussicht für Shan verpflichtete Kathrin Mühlbach ist selbst schwanger. Bei diesem Personal-Chaos kann man eines verstehen: die Erleichterung des TTC, Pokalsieger zu sein.