Nachwuchssportler des Monats

Segeln mit der Liebe zur Geometrie auf dem Wasser

Julia Büsselberg träumt vom Start bei Olympia 2020 in Tokio. Doch vorher warten andere Aufgaben auf die Gymnasiastin aus Friedenau.

Erfolg voraus: Julia Büsselberg in ihrem Laser-Boot

Erfolg voraus: Julia Büsselberg in ihrem Laser-Boot

Foto: camera4

Berlin.  Diesen Namen muss man sich merken. Er taucht immer wieder auf: auf Siegerpodesten, in Top-Ten-Listen und als Gewinner von Leserbefragungen. Seglerin Julia Büsselberg war bereits im Oktober 2015 Berlins Nachwuchssportlerin des Monats, wenig später wurde sie Beste des Jahres.

Dass sie im Oktober-Ranking 2016 wieder Erste ist, macht sie zum Idealfall des Nachwuchssports. Denn Konstanz auf hohem Niveau, steigende Leistungskurven und dauerhafte Präsenz in der Spitze ist das, was Trainer und Funktionäre anstreben.

Und ihre Entwicklung kann sich tatsächlich sehen lassen: Julia Büsselberg, am
9. Mai 2000 geboren und seit dem neunten Lebensjahr im Verein Seglerhaus am Wannsee (VsaW) aktiv, hatte 2015 bereits herausragende Leistungen geboten.

Zweistellige Plätze gibt es bei ihr nicht

So belegte sie bei der WM in Medemblik (Niederlande) in der U18-Wertung mit den bis zu drei Jahre älteren Mädchen den zweiten Platz. In der Wertung der Jüngeren holte der Teenager aus Friedenau sogar die Goldmedaille und darf sich nun U16-Weltmeisterin nennen. Zweistellige Plätze gab es 2015 nicht.

Das setzte sich 2016 munter fort. In diesem Jahr gewann sie im Laser 4.7. das Young Easter Meeting in Malcesine (Italien), wie im Vorjahr die Young European Sailing (YES) in Kiel, dazu zwei Europacups und erstmals die Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften in Travemünde. Lediglich bei der Jugend-WM auf dem Schilksee wurde sie Achte.

Dafür gibt es einen Grund: Denn die 16-Jährige ging nach gerade überstandener Erkältung geschwächt in den Wettbewerb. Dennoch schaffte sie die einzige deutsche Top-Ten-Platzierung der WM. Und meinte hinterher: „Ich glaube, ich darf mit meinem Segeljahr zufrieden sein. Rang acht bei der WM ist mein schlechtester Platz der Saison überhaupt. Insgesamt war es ein tolles Jahr.“ Die WM war auch der Abschied aus der Jugendklasse Laser 4.7, inzwischen startet Julia Büsselberg in der olympischen Laser-Klasse Radial. Hier wurde sie bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften vor Wismar auf Anhieb Fünfte.

„Schöpferische Pause“ nach dem Abitur 2018

Das Ende der Wettkampfsaison steht für die Gymnasiastin der 11. Klasse des Paul-Natorp-Gymnasiums bevor. „Segeln im Winter macht eh keinen Spaß, und eine Pause kann ich auch gut gebrauchen“, sagt Julia Büsselberg. Nach dem Abitur 2018 soll ein Jahr „schöpferische Pause“ folgen. Konkret: „Ich könnte mich dann voll dem Segeln widmen, sehen, was das für mich bringt.“

Im Jahr darauf finden die Olympischen Spiele in Tokio statt. Wohl etwas zu früh, weil die Qualifikationen zeitlichen Vorlauf haben. „Aber wenn es passiert und der deutsche Startplatz erreichbar ist, habe ich natürlich nichts dagegen“, sagt Julia, für die „Segeln Geometrie auf dem Wasser ist“. 2017 warten zunächst EM und U-21-WM. Man wird dann von ihr hören.

J eden zweiten Dienstag im Monat stellen wir Berlins Nachwuchssportler des Monats vor. Alles zur Wahl und die Möglichkeiten zur Stimmenabgabe finden Sie unter www.morgenpost.de/nachwuchssportler