Traben

In Mariendorf ist jetzt endlich mal Thorsten Tietz dran

Der Lokalmatador hat am Wochenende gleich fünf Pferde in beiden Derbys. Veranstalter und Fans sind sich einig: „Er ist mal dran“.

Thorsten Tietz - hier mit Georgina beim Breeders Crown 2013 – ist ein Publikumsliebling in Mariendorf

Thorsten Tietz - hier mit Georgina beim Breeders Crown 2013 – ist ein Publikumsliebling in Mariendorf

Foto: Andreas Karpe-Gora / picture alliance / Andreas Karpe

Berlin.  Es geht in die Schlussrunde in Mariendorf auf dem Weg zum 121. Deutschen Traber-Derby der Hengste/Wallache. Nach dem Bruno-Cassirer-Rennen am Freitag stehen Sonnabend das Stuten-Derby und am Sonntag (beides ab 13 Uhr) das Traber-Stakkato ums Blaue Band für den besten dreijährigen Trotter an. Über die Derby-Vorläufe hat sich mit Thorsten Tietz (38) dabei gleich fünfmal ein Lokalmatador für beide Finals qualifiziert.

Zwar scheint bei den Stuten der Sieg an die bis dato ungeschlagene Gilda Newport mit Dion Tesselaar an den Seilen vergeben, aber Tietz ist mit Mon Etoile aussichtsreicher Verfolger und könnte von einem Fehler der Favoritin am stärksten profitieren.

Für das eigentliche, das „echte“ Derby am Sonntag hat der aus Recklinghausen stammende und seit 2010 in Tempelhof lebende Wahl-Berliner, der seine Vierbeiner in Zossen trainiert, gleich vier Traber in den vier Vorläufen auf finalverheißende Plätze gefahren. Mit Fiobano und Geronimo T gewann er, mit Zauni wurde er Zweiter, mit Mr. Shorty Dritter. Das bedeutete die Qual der Wahl für Sonntag: Mit wem hat er die besten Chancen auf seinen ersten Derby-Triumph?

Tietz entschied sich für Fiobano

Nur in einem Fall wurde ihm die Entscheidung abgenommen, denn Geronimo T wird von Hans-Joachim Tipke (Heeslingen) trainiert, der nach den Gastfahrten von Tietz nun wieder mit Stammfahrer Dennis Spangenberg auf den Rechtskurs gehen wird. Tietz hat sich aus dem verbliebenen Trio wenig überraschend für Fiobano entschieden, der zuletzt stets überzeugt und sich in die Rolle des Geheimfavoriten gefahren hat.

Thorsten Tietz könnte 28 Jahre nach Gottlieb Jauß 1988 erster Heimsieger auf der Derby-Bahn werden. Zweimal schien er bereits dicht davor und scheiterte. 2012 war er als Erster nach 1900 Metern mit Chapeau ins Ziel gefahren, als die Rennleitung nach halbstündiger Debatte den von Schwedens Startrainer Stig Johansson betreuten Hengst noch disqualifizierte.

Vor einem Jahr schien Tietz mit Cash Hanover, zuvor schon Sieger im Adbell Toddington- und Buddenbrock-Rennen, nichts auf dem Weg zum Derby und zur Dreifach-Krone aufhalten zu können. Die Galoppade des Favoriten im Schlussbogen brachte ihn aber um alle Chancen.

So sagt Tietz nun selbstbewusst und vorsichtig zugleich: „Ich bin sehr gut vorbereitet, traue meinem Pferd und mir eine Menge zu. Die Fahrten bisher haben Selbstvertrauen gegeben. Alles ist möglich, so und so.“ Die Experten an der Bahn, die Mariendorfer Veranstalter und auch eine Reihe der Tietz-Konkurrenten sind sich jedenfalls einig: „Eigentlich ist er irgendwie mal dran.“