Behindertensport

Geglückte Generalprobe für Katharina Krüger

Die Berlinerin Katharina Krüger gewinnt die German Open im Rollstuhltennis und ist nun bereit für die Paralympics in Rio.

Katharina Krüger von den Zehlendorfer Wespen ist schon zum vierten Mal Gewinnerin der German Open

Katharina Krüger von den Zehlendorfer Wespen ist schon zum vierten Mal Gewinnerin der German Open

Foto: Roland Popp / picture alliance / dpa

Berlin.  In einer Woche gibt der Deutsche Behinderten Sportverband in Berlin seine Paralympics-Mannschaft für Rio de Janeiro bekannt. Dann wird offiziell: Rollstuhltennis-Spielerin Katharina Krüger von den Zehlendorfer Wespen (26) wird nach Peking und London ihre dritten Spiele erleben, nachdem der Weltverband ITF Ende Juni die Startberechtigung der Weltranglisten-Zehnten für das Turnier in Brasilien bekanntgegeben hatte. Dort kann sie sowohl im Einzel als auch im Doppel mit Sabine Ellerbrock (Bielefeld) antreten.

Die Generalprobe bestritt Krüger bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften, kurz German Open. Seit 2011 finden diese in der Hauptstadt statt, im Wechsel bei Krügers Heimatverein Zehlendorfer Wespen und dem BTTC Grün-Weiß in Lichterfelde.

Letzterer war diesmal an der Reihe. Zum zweiten Mal fand das Ereignis nach seinem Upgrade als ITF 2-Turnier statt, das Preisgeld wurde gegenüber dem Vorjahr von 18.000 US-Dollar nochmals leicht angehoben auf nun 20.000 Dollar.

„Ich bin das halbe Jahr für Tennis unterwegs“

Katharina Krüger, von Geburt an querschnittsgelähmt, ist durch die Eltern von der Sportart begeistert worden. Immer wenn diese ein Tennisspiel im Fernsehen geschaut hätten, habe sie nebenher mit den Puppen gespielt. In frühen Videos der Kleinen hört man so oft im Hintergrund: plopp, plopp, plopp.

„Ich hatte das also so oft in meinem Leben gehört, dass die Idee, das auch live haben zu wollen, fast zwangsläufig war“, erinnert sie sich. Im Alter von sieben Jahren war es so weit. Seitdem ist der Umgang mit gleich zwei Sportgeräten – Tennisschläger und Rollstuhl – aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken.

„Ich bin das halbe Jahr für Tennis unterwegs“, beschreibt sie ihren aktuellen Alltag. Ein enormer logistischer, methodischer, körperlicher, finanzieller Aufwand. Die restliche Zeit steckt sie in ihr Studium der Rehabilitationspädagogik an der Humboldt-Universität. Den Bachelor hat sie 2015 abgeschlossen, nun läuft das dritte Masters-Semester.

Vierter Sieg bei 14. Teilnahme

Ursprung für den Studienfach-Wunsch war ein Praktikum in einem Krankenhaus, bei dem sie hautnah spürte, wie erfüllt und nützlich für beide Seiten es war, frisch Verunfallten dabei zu helfen, mit ihrer neuen Lebenssituation zurechtzukommen.

Mit ihrem Beispiel und Vorbild könne sie zeigen, was man auch mit Behinderung alles erreichen kann. Genau das tat sie gerade wieder einmal bei den German Open.

Bereits zum 14. Mal war sie dabei, zum vierten Mal nach 2011, 2013 und 2014 hat sie gewonnen. Nicht gegen irgendeine Allerweltsgegnerin, sondern gegen die britische Titelverteidigerin und Nummer 8 der Welt Lucy Shuker, gegen die sie im Vorjahr in drei Final-Sätzen verlor. Diesmal gewann sie nach nervösem Start 1:6, 7:5, 6:3.