Wasserball

Spandau rechnet mit Blitz und Donner im Finale

Die Wasserfreunde haben Sorge, gegen Angstgegner Duisburg baden zu gehen. Und das nicht nur aus meteorologischer Sicht.

Der Kroate Marin Restovic ist einer der Leistungsträger der Wasserfreunde Spandau 04

Der Kroate Marin Restovic ist einer der Leistungsträger der Wasserfreunde Spandau 04

Foto: Roland Popp / picture alliance / dpa

Berlin.  Mit einer gewissen Sorge verfolgt Hagen Stamm die Vorhersagen der Meteorologen in Duisburg. An diesem Mittwochabend (19 Uhr) beginnt dort die Finalserie um die deutsche Wasserball-Meisterschaft. Das erste Endspiel findet im Freibad am Barbarasee statt, mit dem die Wasserfreunde Spandau und ihr Präsident manch unangenehme Erinnerung verbinden.

Mehr als einmal sind sie in jenem Becken baden gegangen. Der ASC Duisburg ist der einzige Verein, der dem 34-maligen Meister aus der Hauptstadt gern mal das Wasser abgegraben hat. Zum zehnten Mal in Folge treffen sich beide Klubs im Finale. 2013 gewannen die Westdeutschen das Double aus Pokal und Meisterschaft. Immer galt: Je rauer und kühler, umso wohler fühlten sich die Duisburger.

Duisburg wurde als Gegner nicht erwartet

„Das ist für uns sicher der unangenehmere Gegner“, ahnt Hagen Stamm. Gerechnet hatten die meisten Experten mit einem Finale Spandau gegen Waspo 98 Hannover. Die Niedersachsen haben mit hohem finanziellem Aufwand ein Team zusammengestellt, das sich von den Namen her vor niemandem verstecken muss.

Doch „Duisburg hat mit viel Kampfgeist den haushohen Favoriten ausgeschaltet, Respekt“, sagt Stamm. Die Entwicklung der noch recht jungen ASC-Mannschaft in dieser Saison ist vielversprechend. Stamm will aber keine Ausreden hören.

Seine Mannschaft spielt schließlich Sonnabend und Sonntag (jeweils 16 Uhr) daheim in der Schöneberger Halle; auch ein nach dem Modus „Best of five“ mögliches fünftes Spiel fände in Berlin statt. „Wer Meister werden will, muss seine Heimspiele gewinnen“, sagt der Präsident.

Ziel ist das Final Six der Champions League

Die Wildcard für die Champions League der nächsten drei Spielzeiten hat Spandau seit vergangener Woche sicher. Mit den Leistungsträgern Mateo Cuk, Marin Restovic und Torwart Laszlo Baksa hat sich der Verein auf eine Vertragsverlängerung geeinigt, die anderen Nationalspieler sollen bald folgen.

Denn die Wasserfreunde halten trotz aller Rückschläge unverdrossen an ihrem Ziel fest, das Final Six, die Endrunde der europäischen Königsklasse zu erreichen.

Doch zuerst muss noch die Hoffnung des ASC Duisburg beendet werden, den nächsten Favoriten zu versenken. Leicht wird das nicht. Der Außenseiter ist auf den Geschmack gekommen. „Unsere Chancen stehen gar nicht schlecht“, sagt Manager Arno Troost, obwohl sein Team in dieser Saison alle drei Partien in der Liga und im Pokal-Halbfinale verloren hat, „ich würde sagen, im ersten Spiel liegen sie bei 50:50.“ Schönwetter-Wasserball ist dabei nicht zu erwarten. Für Mittwochabend sind am Barbarasee 18 Grad angesagt. Regen wahrscheinlich.