Juniorsportler des Monats

Warum Jan Kauffmann den Modernen Fünfkampf mag

Für den Kladower lohnt sich die Quälerei im Training. Der 16-Jährige hat einen vollen Stundenplan – und ein interessantes Geburtsdatum.

Jan Kauffmann mit einem Teil seiner Sportgeräte

Jan Kauffmann mit einem Teil seiner Sportgeräte

Foto: Tilo Wiedensohler / camera4

Berlin.  Jan Kauffmann, 16 Jahre alt, als „Jungen aus dem alten Jahrtausend“ zu bezeichnen, ist irgendwie respektlos, aber formal nicht falsch. Denn er erblickte am 31. Dezember 1999 das Licht der Welt. Aber der in Kladow beheimatete und beim SCC trainierende Moderne Fünfkämpfer ist keineswegs von gestern, sondern voll aufs Hier und Jetzt orientiert.

Davon zeugen wache Augen, die offene, unverkrampfte Art. Die Sportart, die seine Passion ist, ist keine Allerweltsdisziplin. Sondern eine mit hoher Herausforderung, eine, die komplexe Fähigkeiten, intakten Körper und Geist verlangt. Pierre de Coubertin hat den Mix aus Fechten, Schwimmen, Reiten, Schießen und Laufen erfunden, der sich bis heute im Programm der Olympischen Spiele gehalten hat.

Jan Kauffmann ist relativ spät und über Umwege zum Pentathlon gekommen, erst mit elf Jahren hat er damit angefangen. Vorher spielte er Tennis, probierte sich im Handball, Karate, in der Leichtathletik, im Triathlon.

Vorbild Lena Schöneborn

Der junge Mann liebt halt die Vielfalt. „Das hat mir gefallen, da hatte ich vom ersten Tag an Spaß“, erinnert sich der Teenager an eine Einladung zum Fünfkampf. Relativ schnell merkte er: „Das ist meins!“. Dass Trainings- und Wettkampfpensum aus „mehr bestehen als Schnürsenkel-Zubinden“, enorm intensiv sind, schreckt ihn nicht ab. Im Gegenteil.

Als Programm hat sich Jan Kauffmann das passende Motto gewählt. Es heißt: „Immer weitermachen!“ Auch seine Vorbilder stehen dafür. Fünfkampf-Olympiasiegerin Lena Schöneborn und Partner Alexander Nobis leben für ihn die Sportart. Immer weitermachen, das gilt auch für Jans normalen Tagesablauf, der freilich so „normal“ nicht ist.

Bis auf den Sonntag gibt es kein frei. Das Wochenprogramm mit Schule (Sportschule im Olympiapark) und Training im Landesleistungszentrum gleich nebenan ist laut Kauffmann „hammerhart“, dazu kommen die Heimwege. „Groß Zeit für anderes bleibt nicht, ich bin froh, wenn ich am Wochenende mal die Beine hochlegen kann.“

Im Juli Start bei der A-Jugend-WM in Dublin

Zwei Tage herausgegriffen, liest sich das etwa so: Montag – 8 Uhr Schwimmen, 9.55 bis 15.45 Schule, 16 Uhr Laufen, 17.15 Uhr Schießen; Donnerstag – 8 Uhr Reiten, 9.30 Uhr Schwimmen, 11 bis 13.15 Freizeit, 13.15 bis 15.45 Uhr Schule, ab 16 Uhr Laufen. Lust bekommen, Fünfkämpfer zu werden?

„Ich sehe ja, dass es sich lohnt“, sagt Kauffmann. Zum Nachwuchssportler des Monats ist er gekürt worden, nachdem er Ende April bei den Internationalen Junioren-DM als Noch-A-Jugendlicher Zweiter geworden ist. „Das war schon echt stark und mein größter Erfolg, weil er ja gegen ältere Jahrgänge erzielt wurde“.

Silber hat Kauffmann auch bei den Berlin-Brandenburger Meisterschaften dieses und des Vorjahres, bei der Staffel-DM und den Berliner Meisterschaften 2013 gewonnen. Natürlich träumt er vom Platz ganz oben auf dem Podest. Mitte Juli startet der Fünfkämpfer bei der A-Jugend-WM in Dublin – „mein erstes großes internationales Championat“ –, zwei Wochen später bei der EM in Barcelona.

Jeden zweiten Dienstag im Monat stellen wir Berlins Nachwuchssportler des Monats vor. Alles zu der Wahl und die Möglichkeit zur Stimmenabgabe finden sie unter www.nachwuchssportler-berlin.de