Galoppsport

Es kann nur einen geben in Hoppegarten

Match Races und Diana-Trial sind sportlichen Höhepunkte des Ladies Days am Sonntag. Das Stutenrennen hat das größte Feld aller Zeiten.

Foto: Eva Oertwig/SCHROEWIG / picture alliance / Eva Oertwig/S

Berlin.  „Ja, wo laufen sie denn? Wo laufen sie denn hin …?“ Die Frage aus dem Rennbahn-Sketch des Komikers Wilhelm Bendow kann in Hoppegarten immer optimistischer beantwortet werden, seit die Anlage im März 2008 von Fondsmanager Gerhard Schöningh übernommen wurde.

Bis 2015 wurden die Besucherzahlen im Vergleich zu 2008 verdoppelt, die Wettumsätze um 80 Prozent pro Rennen gesteigert. Nun steht am Sonntag (Beginn 13 Uhr) mit Ladies Day und Diana Trial für dreijährige Stuten als sportlichem Höhepunkt der fünfte von elf Renntagen 2016 an – was wieder Tausende Turf-Fans in den Osten ziehen dürfte.

Anlass für eine Saison-Halbzeitbilanz von Schöningh: „Sportlich dürfen wir extrem zufrieden sein. Ich denke, dass wir einer der besten Standorte in Deutschland sind. Da sind wir auf ganz anderem Niveau als bei meinem Beginn.“ Schöningh weiß aber auch: „Aktuell sind erst 30 bis 45 Prozent unseres Weges bewältigt. In verschiedenen Bereichen können wir deutlich zulegen.“ In welchen, will er der Öffentlichkeit in den nächsten zwei Monaten vorstellen.

Das Feld kämpft auf 2000 Metern um 70.000 Euro Preisgeld

Der Renntag mit Diana Trial, einem Gruppe-II-Rennen, sowie dem Auftakt zum neuen Match-Race-Cup ist quasi ein Praxisbeitrag zum Thema. Zwölf Rennen werden den Gästen geboten. „Dieser Umfang ist ungewöhnlich, das hatten wir noch nie“, stellt er fest.

Dass Hoppegarten angesagt ist, unterstrichen die Nennungen für das Stutenrennen. 64 Vierbeiner wollten dabei sein, der Rekord stand bisher bei 42. Übrig geblieben sind am Ende 13, „das größte Feld, das wir je hatten“.

Zwar startet mit der polnischen Außenseiterin Cockney Blue nur ein ausländisches Pferd, aber der Rennbahn-Chef ist überzeugt, dass die Zeit für Hoppegarten arbeitet. „Natürlich hätte ich mir zwei, drei Top-Ausländer gewünscht, aber Interesse und Bereitschaft waren ja da.“

Acht Pferde duellieren sich in sieben Rennen

Das Feld kämpft auf 2000 Metern um 70.000 Euro Preisgeld, davon 40.000 Euro Siegprämie. Er erwartet ein Rennen mit drei, vier Siegkandidaten. Eine perfekte Ausgangslage für die Wetter. Für sie dürfte auch das zweite Highlight des Programms ein echtes Spektakel bieten.

Nachdem am 16. Juli 2015 auf der 1200 Meter langen geraden Bahn vor der Hoppegartener Haupttribüne die deutsche Premiere eines „Match Race“ zwischen den Wallachen Gamgoon und Ach Was stattgefunden hatte, ist dieses Format nun von den Besitzern Guido Schmitt (Düsseldorf) und Christian Sundermann (München) mit Unterstützung von Schöningh zum erweiterten Format des Match-Race-Cup entwickelt worden, das am Sonntag seinen Auftakt erlebt.

Das Ganze steht unter dem Titel „Es kann nur einen geben!“ und lässt sich so zusammenfassen: Acht Pferde duellieren sich in sieben Rennen im K.o.-System wie beim DFB-Pokal – Sieger weiter, Verlierer raus, 40.000 Euro an Preisgeld.

„Pferderennen mal ein bisschen anders“

Am Sonntag gibt es vier Viertelfinals, Pferd gegen Pferd, Besitzer gegen Besitzer, Jockey gegen Jockey. Am 24. Juli stehen die Halbfinals an, am 13. August reiten die Finalisten im Rahmen des Grand-Prix-Festival-Meetings um die 18.750 Euro für den Cup-Gewinner. Eine Summe, die über der Siegprämie renommierter Listenrennen liegt.

Christian Sundermann nannte das Format „Pferderennen mal ein bisschen anders“. Der Spaß an der Sache war ihm anzumerken. Auch das Video von der Auslosung der Viertelfinals war Beleg dafür, denn bei dieser spielte Gamgoon die Hauptrolle. Er zog acht Möhren mit Zetteln der Teilnehmer-Vierbeiner, wobei ihm die Möhren nur schwer wieder zu entreißen waren.

Auch anderen Spaß kann man am Sonntag haben. Zum Beispiel beim Wettbewerb „Mut zum Hut!“, der in mehreren Kategorien (Kreation des Jahres, Best Dressed, Perfektes Hut-Couple) mit dem Versprechen auf attraktive Preise ausgetragen wird. Im Vorjahr gab es über 400 Teilnehmer.