Fußball

BFC Preussen gewinnt Berliner Pokalfinale gegen Lichtenberg

Der Berlin-Ligist aus Lankwitz schlägt im Friedrich-Ludwig-Jahn Sportpark Oberligist Lichtenberg 47 mit 1:0 und spielt im DFB-Pokal.

Joshua Lang vom BFC Preussen erhält den Pokal des Berliner Fußball-Verbandes

Joshua Lang vom BFC Preussen erhält den Pokal des Berliner Fußball-Verbandes

Foto: Mathias Renner / City-Press GbR

Berlin.  Danny Kempter wollte nicht mehr. Der Torwart von Lichtenberg 47 hatte sich in die hinterste Ecke seines Tores verkrochen, mit dem Rücken zum Spielfeld des Jahn-Sportparks. Dort feierten Spieler und Trainerteam des BFC Preussen ausgelassen den Sieg im BFV-Pokalfinale. Erst als Mateusz Mika, Preussens Keeper, zum Tor eilte und sich neben seinen Lichtenberger Kollegen setzte, um ihn zu trösten, wandte sich Kempter wieder dem Geschehen zu. Am für ihn bitteren Ergebnis ließ sich aber nichts mehr ändern. Berlin-Ligist Preussen gewann mit 1:0 (1:0), zieht in die erste DFB-Pokalrunde ein und darf sich über gut 140.000 Euro freuen.

„Ich kann es ehrlich gesagt noch gar nicht richtig fassen“, suchte Preussen-Trainer Andreas Mittelstädt nach Worten, fand diese aber schnell: „Wir hatten in der ersten Halbzeit eine Idee, wie wir gegen Lichtenberg spielen wollten, und haben das sehr gut umgesetzt. Und auch wenn mir gerade zugesteckt wurde, es nicht zu sagen, sage ich es trotzdem: Ich wünsche mir Bayern München in der ersten DFB-Pokalrunde.“

Die Preussen hatten im Vorfeld die Rolle des Außenseiters gepflegt – und traten vor 3.874 Zuschauern wie der Favorit auf. Mutig vom Anpfiff weg, zweikampfstark in der Defensive und nach Balleroberung bei Kontern stets gefährlich. Die völlig verdiente Führung durch einen Kopfball von René Robben nach einer Ecke war die logische Folge (19.).

Oberligist Lichtenberg brauchte zehn Minuten, um aus einer irrlichternden Masse zunächst ein Team zu werden, das am Spiel teilnimmt. Doch die Ideenlosigkeit im Aufbau dokumentierte sich immer wieder durch unglaubliche Fehlpässe. Statt Ausgleichschancen für Lichtenberg gab es dicke Möglichkeiten für die Lankwitzer zu erhöhen (Joshua Lang an den Pfosten/33., Robben/36.).

Klar, dass die Lichtenberger nach der Pause viel mehr tun mussten. Entsprechend wütend kamen sie aus der Kabine. Endlich war es ein Spiel auf Augenhöhe, und als den Preussen nach knapp einer Stunde sichtlich die Kräfte schwanden, wurde auch das spielerische Übergewicht der Lichtenberger deutlich.

Dass es dennoch nicht reichte, lag an Standardsituationen ohne Wirkung sowie an einer von Krämpfen geschüttelten, aber verzweifelt kämpfenden Preussen-Elf, in der Torwart Mika sich in jeden Ball stürzte. „Wir sind an uns gescheitert, das ist für uns ein tragischer Abend“, war Lichtenberg-Coach Uwe Lehmann enttäuscht. Wie sehr enttäuscht, dokumentierte sein Torwart.

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